Leck in Plastikflasche in Apotheke : Giftalarm in Wismar: Ammoniakdämpfe entweichen

Zu gefährlich: Deshalb betraten die Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen die mit Ammoniakdämpfen kontaminierten Räumlichkeiten der Apotheke im Wendorfer Musiker-Viertel.
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Zu gefährlich: Deshalb betraten die Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen die mit Ammoniakdämpfen kontaminierten Räumlichkeiten der Apotheke im Wendorfer Musiker-Viertel.

Glück im Unglück: Keine Verletzten nach Austritt giftiger Ammoniakdämpfe aus einer Plastikflasche in Wismarer Apotheke. Großeinsatz für Feuerwehr

svz.de von
01. August 2016, 17:15 Uhr

Mit dem Schrecken davon kamen sechs Angestellte der Hansa Apotheke im Wismarer Stadtteil Wendorf. Giftige Ammoniakdämpfe waren heute Morgen in einem Labor aus einer Plastikflasche entwichen. Wegen der starken Dampfentwicklung hatten die Mitarbeiter der Apotheke die Feuerwehr alarmiert. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

„In unserem Labor hatte sich eine Flasche mit konzentriertem Ammoniak stark aufgebläht, so dass Dämpfe entweichen konnten. Die Dampfentwicklung war schließlich so stark, dass wir aus Gründen der Sicherheit die Feuerwehr gerufen haben“, sagt Sandra Petersen, die stellvertretende Leiterin der Apotheke. Bereits kurz nach dem Eintreffen der Rettungskräfte wurde die Apotheke evakuiert.

Weil bei Unfällen solcher Art Vorsicht geboten ist, rückte diese auch gleich mit einem Großaufgebot an. 31 Kameraden der Berufsfeuerwehr sowie der beiden Freiwilligen Feuerwehren Altstadt und Friedenshof waren mit insgesamt elf Fahrzeugen vor Ort. „Solche Vorfälle müssen wir sehr ernst nehmen, deshalb haben wir die Apotheke evakuiert und das Gebäude recht weiträumig abgesperrt“, sagt Brandoberinspektor Henry Werner. Als Einsatzleiter koordiniert er die Vorgehensweise der Rettungskräfte. Vier Männer bereiten sich in Chemikalienschutzanzügen auf den Einsatz vor, weitere Kameraden kümmern sich um den Platz für die Notdekontamination.

Knapp eine Stunde nach Einsatzbeginn dann Entwarnung. Die betroffene Ein-Liter-Plastikflasche wurde in den Räumlichkeiten der Apotheke geöffnet, so dass der Druck abgebaut und Schlimmeres verhindert werden konnte. Nach nur fünf Minuten konnten die Feuerwehrleute in den orangefarbenen Schutzanzügen die Apotheke wieder verlassen.

Den sechs Angestellten indes saß der Schreck zu diesem Zeitpunkt noch immer in den Gliedern. Und das zu recht. Denn Ammoniak ist ein gefährliches Gas mit einem stechenden Geruch. „Kommen Menschen damit in Kontakt, können Desorientiertheit, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Atembeschwerden die Folge sein“, erklärt ein Rettungsassistent des Eigenbetriebs Rettungsdienst des Landkreises Nordwestmecklenburg noch am Ort.


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