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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 03:58 Uhr

Geteiltes Echo zum Handy-Verbot

vom

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2012 | 10:04 Uhr

Gadebusch | Simsen, twittern, posten, googeln: Wie das Vokabular ist auch das zumeist internetfähige Mobiltelefon überall anzutreffen und kaum noch wegzudenken. Doch gerade in der Schule wird die Nutzung als problematisch angesehen. Grund: Schüler sind abgelenkt; klingelnde Handys stören den Unterricht; Kinder beschäftigen sich mehr mit der Technik als mit Freunden direkt zu kommunizieren. Zahlreiche Argumente, die gegen eine zu häufige Nutzung des Mobiltelefons sprechen. In der Praxis wird das Thema Handy jedoch völlig unterschiedlich behandelt.

In der Grund- und Regionalschule Mühlen Eichsen gilt ein generelles Handy-Verbot - auch in den Pausen. Die stellvertretende Schulleiterin Gundula Körner erklärt: "Aus gegebenem Anlass hatten wir in einer Schulkonferenz im Frühjahr 2011 beschlossen, das Verbot für Mobiltelefone zu erklären. Daraufhin wurde es in die Haus- und Schulordnung übernommen." Weiterhin erzählt Körner, dass bei Zuwiderhandlung das Handy eingezogen werde und erst nach Schulschluss von den Eltern wieder abgeholt werden könne. "Das funktioniert bisher gut. Kinder als und Eltern akzeptieren diese Regelung. So wurden in diesem Schuljahr noch keine Fälle bekannt", sagt die stellvertretende Schulleiterin.

Im Gymnasium am Tannenberg in Grevesmühlen wird dagegen ein völlig anderer Weg eingeschlagen, um mit der ständigen Handynutzung der Schüler umzugehen. Das Mobiltelefon wird mit einigen Einschränkungen generell erlaubt, der Gebrauch sogar gefördert. "Wir haben im Haus einen Wlan-Bereich eingerichtet, in denen die Schüler drahtlos und kostenfrei mit ihren internetfähigen Geräten wie Laptops, aber eben auch Handys ins Internet gehen können", sagt die Schulleiterin Ute Debold. Sie halte ein generelles Verbot für lebensfremd. "Ein Mobiltelefon gehört zum Leben der Schüler dazu. Im Unterricht ist es unter bestimmten Voraussetzungen sogar erlaubt, so lange es nicht übertrieben und nur zu Unterrichtszwecken benutzt wird", ergänzt die Schulleiterin. Der frisch gewählte Schülersprecher Tobias Amling bezeichnet diese Regelung als sehr positiv. "Gerade weil die Regelung so frei ist, nutzen die Schüler dieses Angebot weniger, um im Internet zu spielen oder Facebook zu benutzen. Es dient in der Pause und Freistunden eher dafür Fragen nachzugehen, ein Wort nachzuschlagen oder insgesamt zum Recherchieren", so der 18-jährige.

Auch im Gadebuscher Gymnasium wird das generelle Verbot von Mobiltelefonen nicht in Betracht gezogen. "Wegen der Strahlenbelastung gibt es ein striktes Verbot der Handys im Unterricht, und auch im Schulgebäude ist es nicht gern gesehen. Aber auf dem Schulgelände steht es jedem frei, sein Mobiltelefon zu benutzen", erzählt der Schulleiter Ingolf Litzner. Doch auch diese Regel hat eine Ausnahme. In speziellen Fällen dürften die Lehrer auch die zeitweise Benutzung des Handys erlauben, da bei schwierigen Fragen das Internet schon einmal weiterhelfen kann. "Wie sollte man so ein Verbot überhaupt durchsetzen können? Dann müsste hinter jedem Schüler ein Lehrer stehen. Es ist ähnlich dem Verbot, im Auto nicht telefonieren zu dürfen, damit das konsequent eingehalten wird, müsste in jedem Auto ein Polizist auf der Rückbank sitzen", stellt der Schulleiter fest.

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