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Nordwest-kreis : Gesundheitsamt fehlen Schulärzte

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Linkspartei kritisiert lückenhafte Untersuchungen und fordert mehr Geld vom Land

Bitte zur Untersuchung: An der Regionalschule in Rehna wird den Kindern auf die Zähne geschaut. Der Zahnärztliche Dienst des Landkreises untersucht den Mund- und Kieferbereich der Kinder auf Krankheiten, um möglichst frühzeitig auf eine Behandlung hinzuwirken. Es ist die gesetzliche Pflicht der Gesundheitsämter. „Einmal im Jahr ist der Zahnärztliche Dienst im Haus. Aktuell erhielten die 4. bis 8. Klassen eine Untersuchung“, sagt Eckhard Thun, amtierender Leiter der Regionalschule Rehna. Eine schulärztliche Untersuchung gibt es zum Einstieg in die erste Klasse. Zu wenig, meint die Linkspartei. Folglich gibt es Streit um die Gesundheitsfürsorge für Kinder an den Schulen im Nordwesten. Die Linken sehen im aktuellen Kurs hinsichtlich vorbeugender Untersuchungen des Schulärztlichen Dienstes keine ausreichende Versorgung des Nachwuchses.

Björn Griese, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag, als auch Simone Oldenburg (Linke), favorisieren eine gemeinschaftliche Aktion der Parteien im Kreistag. Ihre Forderung: „Mehr Geld vom Land zur auskömmlichen Finanzierung des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes und Zahnärztlichen Dienstes. Konkret geht es dabei um die Aufstockung des Personals auf Kreisebene und die damit einhergehende regelmäßige Untersuchungen der Mädchen und Jugend an den Schulen. Dabei stehen die körperliche Entwicklung und der zahnmedizinische Gesundheitszustand im Mittelpunkt

Oldenburg kritisiert die gängige Praxis, bei der ihrer Meinung nach lediglich punktuell eine Analyse erfolgt. „80 bis 90 Prozent der Kinder werden nicht schulärztlich untersucht“, so Oldenburg. Das sei nicht hinnehmbar. Die Gesundheit der Kinder müsse Priorität besitzen.

Der scheidende Kreistag von Nordwestmecklenburg sah keine Dringlichkeit gegeben und verwies das Projekt auf seiner letzten Sitzung in die zuständigen Ausschüsse. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich der neue Kreistag und die Ausschüsse bei ihrer konstituierenden Sitzung mit diesem Thema beschäftigen werden“, sagt Griese.

Für die Linkspartei bedeutet dies Zeitverlust auf Kosten der Kinder. Nach Vorstellung der Linken müssen schulärztliche Untersuchungen auch in der Klassenstufe vier und acht flächendeckend durchgeführt werden. Das ist allerdings nur mit einem stärkeren Personalpaket im Gesundheitsamt des Kreises möglich. Aufgrund klammer Kassen des Kreises ist eine Aufstockung mit qualifiziertem Personals eher unwahrscheinlich. Was möglich ist, werde umgesetzt, so der Kreis. Eine Sprecherin verwies auf die angespannte Personalsituation und das umfangreiche Aufgabenpaket, was das Gesundheitsamt zu schultern hätte. Die Finanzierung ist für Oldenburg realisierbar: „Wir brauchen kein teures Notfall-Seelsorge-Telefon auf Landesebene.“

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erstellt am 04.Jun.2014 | 23:05 Uhr

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