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Volkskundemuseum Schönberg : Geschichte der Fotografie im Fokus

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Die Geschichte der Fotografie war auch in Mecklenburg bislang eher unentdeckt. Die Ausstellung "Welch herrliches Helldunkel" im Volkskundemuseum Schönberg informiert über die Frühzeit der Lichtbilder.

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erstellt am 16.Apr.2012 | 08:04 Uhr

Rehna/Schönberg | Die Geschichte der Fotografie war auch in Mecklenburg bislang eher ein Stiefkind der Forschung und Sammlung. Die Ausstellung mit dem Titel "Welch herrliches Helldunkel" im Schönberger Volkskundemuseum gibt einen Überblick über frühe Fotografen. Die Sammlung auf dem Kirchplatz informiert über die Frühzeit der Fotografie in Mecklenburg - und bietet interessante Einblicke in die Vergangenheit von Stadt und Umgebung. Neben Informationen und Bildern zeigt sie auch Fotos, die in den vergangenen 150 Jahren in und um Schönberg entstanden sind.

Museumsleiter Olaf Both beschäftigt sich seit einem Jahr mit historischer Fotografie. Es war auch Schwerpunkt seines Studiums. Im vergangenen Jahr haben Both und Studenten aus Berlin die alten Fotos im Volkskundemuseum neu geordnet. "Dabei wurde klar, dass der Bestand so groß und umfangreich ist, dass sich eine eigene Ausstellung lohnt", nennt Both die Beweggründe für die Ausstellung.

Zu sehen ist allerdings nur eine kleine Auswahl der 15 000 Aufnahmen, die das Museum in seinen Archiven hat. In einer Vitrine sind auch eine Reisekamera zu sehen, ein 100 Jahre alter Retuschierkasten und andere Exponate aus dem Nachlass der Schönberger Fotografenfamilie Thiele. "Sie sind Leihgaben aus Privatbesitz", betont Museumsleiter Both. Andere Exponate seien teilweise Schenkungen aus der Anfangszeit des Museums zwischen 1903 und 1930.

"Man hat früher Fotografien nicht gesammelt, um der technischen Sichtweise einer Fotografie näher zu kommen. Nur wenn die Person, die Straße oder das Objekt für Schönberg eine Bedeutung hatten, nur dann sammelte man Fotografien", sagt Both. Die Sonderausstellung zeigt auch ein Foto von Johann-Gustav Ekengreen, nachdem in der Maurinestadt eine Straße benannt wurde. Ekengreen war Pächter des Staatsgutes in Wahrsow. Von seiner Gattin und den eigenen Kindern war er so enttäuscht, dass er sein Erbe von immerhin 230 000 Mark der "Ekengreen-Stiftung zur Unterstützung verwahrloster und verwaister armer Kinder im Fürstentum Ratzeburg" überließ.

Die Ausstellung "Welch herrliches Helldunkel" ist noch bis zum 25. April zu sehen - immer dienstags, mittwochs, donnerstags und sonnabends von 13 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter 038828/21539.

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