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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 07:06 Uhr

Hilfe abgelehnt : Genug Raum für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nordwestmecklenburger bietet Landkreis freie Zimmer für Familien an, doch dafür ist kein Bedarf vorhanden

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 07:15 Uhr

Können die Krisen der Welt Auswirkungen auf Nordwestmecklenburg haben? „Ja“, ist sich ein Leser der SVZ (*Name der Redaktion bekannt) sicher. Aus diesem Grund habe er seine freie Wohnung in Schönfeld bei Mühlen Eichsen dem Landkreis für die Unterbringung vom Kriegsflüchtigen bzw. weitere Vertriebenen angeboten. „Ich möchte einer Flüchtlingsfamilie ein Zuhause anbieten.“ Die Antwort des Amtes für Soziales in Wismar: „Dafür haben wir keinen Bedarf.“

Eine Reaktion, mit der der Nordwestmecklenburger nicht gerechnet habe. Empört darüber wandte er sich an unsere Zeitung: „Bei den Geschehnissen auf der Welt, kann man doch einem Helfer keine pauschale Absage erteilen.“ Dabei höre man ständig, dass in Hamburg oder im Herzogtum Lauenburg Flüchtlinge keine Unterkunft finden und Privatpersonen helfen und diese aufnehmen sollen. Dies wollte der Mann mit seiner 3-Zimmerwohnung mit 75 Quadratmetern und einem Garten in MV ebenfalls. Im Moment sei er zwar noch mit den Renovierungsarbeiten beschäftigt, doch in ein paar Wochen stünde die Wohnung zur Verfügung.

„Die Verteilung der Kriegsflüchtlinge ist in der Vergangenheit nach Abstimmung zwischen dem Landesamt für innere Verwaltung und dem Landkreis Nordwestmecklenburg erfolgt“, erklärt Sprecherin des Landkreises Petra Rappen auf Nachfrage unserer Zeitung. Diese Abstimmung fand bereits vor Einreise nach Deutschland statt. „Mit Bekanntgabe des Zuweisungsdatums wurde Wohnraum durch den Kreis angemietet, sodass diese Flüchtlinge bei Ankunft in unserem Zuständigkeitsbereich unmittelbar untergebracht wurden“, so Petra Rappen weiter.

Die aufgenommenen Vertriebenen sind so genannte Kontingentflüchtlinge. Im Unterschied zu Asylbewerbern finden sie „aufgrund humanitärer Gründe vorübergehend Aufnahme in Deutschland.“ Aktuell beziehe sich diese Regelung auf syrische Flüchtlinge. Die Verteilung auf die Landkreise von MV erfolgt durch das Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern.

Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten zugewiesenen Asylbewerber werden in MV zunächst in der Aufnahmeeinrichtung des Landes in Nostorf/Horst aufgenommen, so Michael Teich vom Innenministerium des Landes. Für die Asylbewerber gibt es in den Kommunen Gemeinschaftsunterkünften. Sollte die Anzahl der Plätze nicht ausreichen, werden Wohnungen in den jeweiligen Kommunen zur Unterbringung genutzt. „Die Zuständigkeit der Entscheidung darüber obliegt aber dem Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt“, so Teich weiter.

Derzeit wurden keine weiteren Zuweisungen angekündigt und es ist auch nicht bekannt, ob weitere Kriegsflüchtlinge dem Nordwest-Kreis zugewiesen werden, stellt die Landkreissprecherin klar.

Dennoch verstehe der Mann aus dem Nordwest-Kreis die Haltung des Landkreises nicht. „Vielleicht leben Familien mit kleinen Kindern derzeit in Lagern oder noch schlimmer. Und da sind wir nicht in der Lage, unsere Unterstützung anzubieten“, fragt er. Der Mann habe am eigenen Leib erfahren müssen, wie es ist auf der Flucht zu sein, und hungernd auf der Straße zu leben.

Mit einem persönlichen Brief habe er sich auch an Landrätin Kerstin Weiss (SPD) gewandt. Eine Antwort habe er bisher nicht bekommen. „Ich finde, es ist unsere Verpflichtung als Menschen, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, denen, die in Not sind zu helfen“, sagt der Nordwestmecklenburger bestimmend.

 

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