Tag der offenen Tür : Gemeinsam statt einsam

Für Musik sorgten Jan Eisenmenger und Svetoslav Djourkov (r.) beim „Tag der offenen Tür“ des Therapiezentrums Ravensruh in Köchelstorf. Fotos: katharina Roese
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Für Musik sorgten Jan Eisenmenger und Svetoslav Djourkov (r.) beim „Tag der offenen Tür“ des Therapiezentrums Ravensruh in Köchelstorf. Fotos: katharina Roese

Erster Tag der offenen Tür des Therapiezentrums Ravensruh in Köchelstorf / Bewohner präsentieren ihre Kunstwerke

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10. Juni 2015, 00:15 Uhr

Sie zeigen ihre Werke der Öffentlichkeit – die Bewohner des Therapiezentrums Ravensruh in Köchelstorf. Mit dem Schnitzen, Sägen, Brennen, Malen, Töpfern, Musizieren und Schreiben verewigen sie ihre Gefühle in Holz, auf Papier und Leinwand. Viele Besucher sind gekommen, um sich diese Kunst anzuschauen, um den gestrigen Tag der offenen Tür zu nutzen, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen.

„Wozu machen wir das alles?“, fragt Reinhard Fröhlich, Diplom-Sozialarbeiter und Mitarbeiter der Einrichtung. „Der Hintergrund ist die Zugehörigkeit. Jeder von uns möchte zugehörig sein. Danke, dass Sie dieser Einladung auf Zugehörigkeit gefolgt sind und heute hier sind.“

Daniel Naumann kommt aus Hamburg und lebt seit drei Monaten im Therapiezentrum Ravensruh. „Ich werde wohl ein Jahr bleiben“, sagt er. Dies ist Daniels zweite Therapie. Seine Diagnose: Abhängigkeit von Cannabis und Amphetaminen, gepaart mit einer Psychose. Im Therapiezentrum wird Daniel geholfen, seinen Alltag ohne Drogen zu meistern. Hier in der Einrichtung fühlt sich der Hamburger gut aufgehoben und zugehörig. „Es ist schön hier und familiär. Das Leben auf dem Land ist viel schöner als in der Stadt.“

Für die 24 Bewohner, die aus ganz Deutschland zur Therapie nach Köchelstorf kommen, steht ein 15-köpfiges Team bereit, um sie mit Hilfe einer soziotherapeutischen Behandlung durch den Alltag zu begleiten. Gestern haben die Bewohner ihre Krankheitsbilder in Vorträgen den Besuchern präsentiert. „Es war schön zu sehen, wie offen sie über ihre Krankheiten und ihren Werdegang gesprochen haben. Das fand ich ganz toll“, sagt die Köchelstorferin Erika Leukert, die gemeinsam mit ihrem Mann und dem Enkel beim Tag der offenen Tür vorbeigeschaut hatte.

Und auch Reinhard Fröhlich freut sich über den gelungenen Tag: „Wir sind heute reich beschenkt worden durch unsere Bewohner, weil sie so offen über ihre Krankheitsbilder gesprochen haben. Und dass so viele Besucher von außen gekommen sind, das freut und überrascht mich sehr.“

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