Gross Rünz : „Gemeinsam Gärtnern“ gibt Kraft

„Gemeinsam Gärtnern“: Der neue Verein hat sich ganz dem ökologischen Gemüse- und Obstanbau verschrieben.
„Gemeinsam Gärtnern“: Der neue Verein hat sich ganz dem ökologischen Gemüse- und Obstanbau verschrieben.

Erzeugergemeinschaft Eschenhof plant Sommerfest mit Life-Musik und Kostproben

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27. März 2015, 00:59 Uhr

Auf dem Eschenhof in Groß Rünz wird Gemüse angebaut. Erste zartgrüne Blättchen sind im Schutz des Gewächshauses über schwarzer Erde zu sehen. An sich nichts Besonderes, schon gar nicht in dieser Jahreszeit. Und doch anders als anderswo. Was im letzten Jahr als Pilotprojekt einiger Interessierter startete, ist seit diesem Jahr ein Verein, bald sogar mit gemeinnütziger Anerkennung. „Eschenhof – Gemeinsam Gärtnern“ vereint 30 Mitglieder im gemeinsamen biodynamischen Gemüse- und Obstanbau. Ein Alleinstellungsmerkmal, denn einen derartigen Verein, bei dem alle Mitglieder als Selbstversorger-Kollektiv arbeiten, gibt es in ganz Norddeutschland kein zweites Mal.

Als Nicole Bowe und Kai Fröhlich vor zwei Jahren den Hof übernahmen, war klar: „Wir wollten das Land bewirtschaften, und wir suchten nach einer Möglichkeit, die mit unseren Hauptberufen zeitlich vereinbar war.“ So entstand zunächst eine Interessengemeinschaft.

Von Vorteil war, dass der Eschenhof bereits einmal als Demeter-Hof bewirtschaftet wurde. „Alles lag Jahre brach, aber es gab 600 Quadratmeter Gewächshaus und einen hervorragenden, anmoorigen Boden“, erzählt Nicole Bowe.

Die Folientunnel wurden repariert, Müll, der sich angesammelt hatte, entsorgt, der Boden bearbeitet. Mangold und Melone, Paprika und Petersilie, Karotten und Kartoffeln zogen ein. Gemeinsam wurde in der Sommerküche eingeweckt, Sauerkraut gemacht und Gemüse in einer Erdmiete eingelagert. „Die Pastinaken und der Sellerie sind dadurch so frisch wie am Tag der Ernte“, freut sich Bowe.

Die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos. Jeder arbeitet mit und nimmt, was er braucht. Von den drei Hektar Fläche können inzwischen 30 Haushalte mit achtzig Personen in Gemüse-Vollversorgung leben. Mitgliederwechsel und Neuzugänge sind wegen der Arbeitsplanung nur vor Beginn der Saison möglich.

„Holt euch Kartoffeln, bei mir im Keller keimen sie“, ruft Barbara Nikolic im Vorübergehen in die gemütliche Runde, die sich neben den Gewächshaustunneln in der Sonne zu einer Pause zusammengefunden hat.

Marie Runge gesellt sich dazu, ihr Baby auf dem Rücken. Mit ihrer Demeter-Ausbildung ist sie die Frau vom Fach und zuständig für die Erstellung der jährlichen Pflanzpläne. „Wir bauen 40 Gemüsearten und Kräuter in Fruchtfolge an“, erklärt sie. Außerdem gebe es eine kleine Obstplantage, Beerenobst und Wein. Jeweils ein Hektar darf sich unbearbeitet erholen. Alles wird ökologisch angebaut, einiges sogar nach Demeter-Richtlinien. Nicole Bowe zeigt auf Reihen zarter Keimlinge: „Die sind aus eigenem Saatgut gezogen.“

Gibt es Probleme, ist niemand damit allein. „Hier lernt jeder von jedem“, sagt Andrea Keil aus Lübeck. Des Weiteren sind Seminare und Workshops zu allen Themen rund um Gemüse- und Obstanbau und Verwertung in Vorbereitung. Nicht nur für Mitglieder, sondern als Schulungsmaßnahme für Interessierte. Damit will sich der Verein künftig finanzieren. Und natürlich wird auch gefeiert werden. „In diesem Jahr gibt es ein Sommerfest, mit Lifemusik und Kostproben aus dem Garten.“

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