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flüchtlinge im nordwestkreis : Gemeinsam essen, trinken, singen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einheimische und syrische Asylbewerber trafen sich am 3. Adventssonttag im Pfarrhaus Vietlübbe, um sich besser kennenzulernen

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2015 | 18:50 Uhr

Wie ist dein Name? Woher kommst du, wohin gehst du? – Standardfragen, wenn Einheimische und Asylbewerber sich begegnen. Doch am gestrigen Abend wollten mehr als 40 Deutsche und Syrer gleichermaßen noch viel mehr voneinder wissen. Was isst du, was trinkst du, welche Lieder singst du? Ziel dieses Treffens im Pfarrhaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde: sich gegenseitig besser kennenlernen.

Und dafür wurde gebacken und gekocht. Christstollen, Hühnersuppe, Kürbiseintopf, Rinder-Bouletten und Salat auf der einen Seite. Hummus von den Gästen aus Syrien. „Das ist unser Nationalgericht“, erklärt der 23-jährige Abdulrahman Kabawa. Eine Art Kichererbsenpüree, das meistens mit etwas Olivenöl und Pfefferminze serviert wird. In Vietlübbe gab es darüber hinaus noch eine Art syrische Pizza. Die wird unter anderem mit Kartoffeln und Tomaten belegt. Ungewohnt für deutsche Pizza-Fans, aber Neues entdecken war ja auch genau das Ziel des Treffens am 3. Adventssonntag.

Irene de Boor kommt gerade von der Amtseinführung ihrer Pastorenkollegin Ulrike Kurzweg aus Carlow zur Tür des Pfarrhauses hinein, und ist schlichtweg überwältigt. „Wir hatten für 40 Leute eingedeckt, aber das sind ja noch mehr“, so die Regionalpastorin der Kirchenregion Gadebusch. Der Wille des gegenseitigen Kennenlernens scheint überwältigend.

Ein toller Erfolg für Kirchengemeinde sowie Kultur- und Sportverein Vietlübbe gleichermaßen. Beide hatten vor einiger Zeit den Freundeskreis syrischer Flüchtlinge gegründet und nach einem ersten gegenseitigen Kennenlernen der ausländischen Bewohner eines Neubaus in Dragun mit Einheimischen diese zweite größere Veranstaltung organisiert. In monatlichen Abständen sollen weitere folgen. „Wir wollen, dass die Menschen miteinander in Kontakt kommen“, sagt Irene de Boor. Das ist wichtig, denn in Dragun gibt es kaum Öffentlichen Personennahverkehr, der die Neuankömmlinge zum Einkaufen in die umliegenden Ortschaften bringen könnte. Internet als Verbindnung in die Heimat ist auch nicht gerade üppig.

Und so hilft man einander und lernt sich ganz nebenbei immer besser kennen. So etwas nennt man wohl auch irgendwie gelebte Nächstenliebe. – Großartig.

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