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Wir in Groß Molzahn : Mit einem Hocker aus Holz fing alles an

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Tischlermeister Joachim Melchin bildet aus und fertigt Sonderwünsche

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2015 | 17:14 Uhr

Der Werkstoff Holz hat etwas magisches. Kaum anders lässt sich die Passion von Joachim Melchin für das Tischlerhandwerk begründen. In Groß Molzahn bringt er seit seiner Firmengründung 1998 die verschiedensten Arten von Hölzer in Form. „Möbel, Fenster, Tore oder Spezialanfertigungen entstehen – an Abwechslung fehlt es nicht“, sagt Melchin und prüft mit der Auszubildende n Clarissa Brandt die zum Schleifen vorliegenden Rundbogenzargen und Blockzargen sowie Fenster auf der Werkbank. „Ja, seit Sommer gibt es bei mir eine Auszubildende“, sagt der Groß Molzahner und freut sich über das Engagement des Nachwuchses.

Schleifen allein, das ist nicht die Aufgabe der jungen Frau. Vier Monate nach Ausbildungsstart steht ihr erstes Möbelstück auf der Werkbank. Ein Hocker. „Mit Handwerkzeug gesägt, ausgearbeitet, geschliffen und lackiert“, erzählt sie. Joachim Melchin schaut genau drauf. Er hat Erfahrung. „Auch ich durfte als erste Aufgabe einen Hocker als Lehrling fertigen. Das schult im Umgang mit den Werkzeugen“, sagt er.

Der ist notwendig und zugleich ein wichtiger Baustein für erfolgreiches Arbeiten, wenn es in der Tischlerei um Kundenwünsche geht. Schief gehen dürfe nichts. Schon gar nicht, wenn es beispielsweise Kunden gibt, die mit ganz besonderem Holz aufwarten. Joachim Melchin: „Vor einiger Zeit fertigten wir eine Haustür aus Eichenholz. Den dazugehörigen Baum pflanzte der Urgroßvater des Auftraggebers vor dem Bauernhaus. Der Vater pflegte und fällte diesen. Anschließend trocknete das Holz 17 Jahre auf dem Anwesen bis wir eine Tür daraus hergestellt haben.“

Ohne Wissen um Werkstoffe und Gerätschaften lassen sich solche Projekt kaum verwirklichen. Melchin selbst erlernte das Handwerk von der Pike auf an in der PGH Bau Rehna. „Das war ein toller Betrieb“, erzählt der Tischler. Das war 1985. Elf Jahre später folgte die Meisterprüfung und der Aufbau der Werkstatt auf dem elterlichen Hof.

Ein Weg, den Clarissa Brandt aus heutiger Sicht ähnlich bestreiten möchte. „Mit meinem Vater habe ich schon einiges gebaut. Im vergangenen Jahr wollte ich unbedingt ein Praktikum in einer Tischlerei absolvieren. Jetzt darf ich hier das Tischlerhandwerk erlernen“, erzählt die 19-Jährige aus Klempau.

Wer räumliches Denken, Kreativität, ein solides Wissen in Mathematik mitbringe, der habe gute Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss, so Melchin. Und den Abschluss, den wollen er und seine Auszubildende für den aktuellen Auftrag ordentlich meistern. Dazu gehört das Grundieren und Lackieren der Hölzer in der eigenen Werkstatt. Dieses Handwerk sei vielseitig. Melchin: „Was anderes kann ich mir nicht vorstellen.“  

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