Energiewende : Gemeinde stoppt Windpark-Pläne

Windkraftanlagen sind in Wederndorfersee nicht erwünscht.
Windkraftanlagen sind in Wederndorfersee nicht erwünscht.

Wedendorfersee ist gegen den Bau von knapp 200 Meter hohen Anlagen. Haase-Interview sorgt für Wirbel

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05. November 2014, 07:45 Uhr

Während ein möglicher Windpark bei Gadebusch für Diskussionen sorgt, hat eine Gemeinde im benachbarten Amtsbereich Rehna Investoren eine Absage erteilt. So sprachen sich die Kommunalpolitiker der Gemeinde Wedendorfersee mehrheitlich gegen mögliche Windkraftanlagen aus.

„Die Gebiete liegen teilweise im Gemeindebereich. Ein Hauptgrund für das Nein war die Nähe möglicher Windkraftanlagen zu einzelnen Ortsteilen unserer Gemeinde“, sagt Bürgermeister Hans-Werner Gaul. Das Nein der Gemeinde sei eine Abwägungsentscheidung gewesen. Nach SVZ-Informationen waren sechs Windkraftanlagen mit einer Höhe von knapp 200 Metern im Bereich Groß Hundorf-Botelsdorf/Rambeel-Kirch Grambow im Gespräch.

Potentielle Investoren sind derweil in verschiedenen Gemeinden unterwegs, um sich Areale zu sichern, die als Windeignungsfläche in Betracht kommen könnten. Nach SVZ-Informationen streben Investoren u. a. neue Anlagen bei Falkenhagen und Rieps an.

Im Fall Gadebusch wird die Windenergie in der nächsten Woche auch Thema der Finanzausschusssitzung sein. Rederecht soll dann ein Vertreter der Naturwind GmbH Schwerin erhalten, der Möglichkeiten zur Gewinnung von erneuerbaren Energien aufzeigen will. Die öffentliche Ausschusssitzung beginnt am Mittwoch, 12. November um 19 Uhr im Rathaus.

Ein Interview des Geschäftsführers Jörg Haase von der Agrar Aktiengesellschaft mbH Gadebusch heizt die Debatte um das Für und Wider von Windkraftanlagen derweil weiter an. Haase erklärte gestern in der SVZ, die Akzeptanz von Windkraftanlagen erhöhen und Ängste innerhalb der Bevölkerung abbauen zu wollen. „Günstigere Strompreise, Beteiligungen und Vorteile für die Stadt könnten ein Umdenken bewirken“, so Haase. Der Agrar AG liegen derzeit sechs Windkraft-Projekte auf dem Tisch. Bislang habe sich das Unternehmen zu keinem dieser Projekte bekannt.

Als Schönfärberei kritisiert der Bülower Manfred Görtz Haases Aussagen in dem SVZ-Interview. „Herr Haase ist Unternehmer, für ihn zählt der Profit. Unter dem Deckmantel der Energiewende und mit Hilfe von Schönfärberei sollen wir gekauft werden. Die Zeche zahlt der besitzlose Bürger, der Verbraucher“, so Manfred Görtz. Die Stromerzeugung solle dort gefördert werden, wo sie gebraucht werde. „Mecklenburg-Vorpommern ist schon längst Strom-Exportland“, verdeutlicht Görtz.

In der Tat ist der Nordosten Spitze bei der Energiewende. In MV sei inzwischen rechnerisch die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien erreicht, teilt das Energieministerium mit. Es macht auch klar: Mit der Präsenz von Herstellern von Windkraftanlagen und vielen hochspezialisierten Zulieferern insbesondere im Bereich der Windkraft auf See seien spürbare Effekte am Arbeitsmarkt zu verzeichnen.

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