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Rehnaer Klosterverein bittet Stadt um Hilfe : Gemälde bröckelt von der Wand

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Im Gerichtssaal des Klosters Rehna verschwindet langsam eine Wandmalerei. Stück für Stück bröckelt das Kunstwerk aus dem 17. Jahrhundert ab. Der Klosterverein schlägt Alarm und bittet die Stadt um Hilfe.

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2013 | 10:00 Uhr

Rehna | Einige Teile sind schon ganz verschwunden, andere drohen abzu bröckeln - im Gerichtssaal des Propsteigebäudes des Rehnaer Klosters verschwindet derzeit eine mehrere Jahrhunderte alte Wandmalerei.

"Wir vermuten, dass diese Malerei aus dem 17. Jahrhundert stammt", sagt Eva Doßmann. Die Vorsitzende des Klostervereins Rehna steht im größten Raum des Klosters, in dem heute Versammlungen stattfinden und bald auch Musik gemacht werden soll. Versammlungen fanden auch zu früherer Zeit an diesem Ort statt, als Gerichte ihre Urteile fällten und über das Schicksal vieler Menschen entschieden. Auf dem oberen Teil der Wandmalerei ist Christus mit Schwert und Lilie zu sehen, der von zwei Heiligen flankiert wird. Die Lilie ist das Sinnbild für geistige Macht und Gnade. Das Schwert ist Zeichen für weltliche Macht und Gericht. Die Mandorla, eine Aura, die ihn umgibt, zeichnet ihn als Majestas Domini, als den Herrschenden aus. "Auf dem unteren Teil ist eine Vorhangmalerei zu sehen", sagt Eva Doßmann. Noch, denn auf der Fläche von rund drei Meter mal 1,70 Meter fallen immer wieder Teilstücke der Schicht heraus, auf denen noch die Reste der Malerei zu sehen sind, die im Laufe der Zeit nicht weiß getüncht worden sind.

Vor einigen Jahren, als dieser Raum umfangreich restauriert wurde, kamen die Malereien zum Vorschein, denn lange Zeit waren sie hinter einer Holzwand versteckt. "Es wäre dringend erforderlich, die Malerei vor weiteren Schäden zu bewahren, weil diese irreparabel sind. Damit geht ein wichtiges Kulturgut verloren", sagt die 65-Jährige. Und genau das hat sie jetzt auch geschrieben und diese Einschätzung den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses überreicht.Aus eigenen Mitteln, so Doßmann, könne der Verein einen Restaurator nicht bezahlen. Deshalb werde die Stadt als Eigentümerin des Klosters jetzt um Hilfe gebeten.

Gerichtssaal, Kirche, Gästerefektorium oder Kreuzgang - überall im 1237 gegründeten Nonnenkloster sind noch Wandmalereien zu sehen. "Ein professioneller Gesamtüberblick, eine Erfassung aller Wandmalereien, die hat es bisher aber noch nicht gegeben", sagt Burkhard Schmidt, Vorstandsmitglied im Klosterverein. Das Landesamt für Denkmalpflege habe einmal vorgeschlagen, so Schmidt, genau dies zu veranlassen. Zuvor, so Schmidt weiter, sei es jedoch erst einmal wichtig, die Reste der Wandmalerei im Gerichtssaal zu retten.

"Wir werden dem Hinweis auf jeden Fall nachgehen und das Bauamt wird sich mit dieser Sache beschäftigen", sagt Bernd Karnatz vom Amt Rehna.

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