Windkkarft : Gegenwind aus Wakenstädt

Frank Rohmann und Holger Hempel (v.l.) mit den Protestschreiben: Dazu gehört eine Brief der Militärhistorischen Vereinigung aus Stockholm und die Unterschriftenlisten aus Gadebusch.
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Frank Rohmann und Holger Hempel (v.l.) mit den Protestschreiben: Dazu gehört eine Brief der Militärhistorischen Vereinigung aus Stockholm und die Unterschriftenlisten aus Gadebusch.

Interessengemeinschaft mobilisiert Windparkgegner . Stadtvertreter Heiko Lembck erwartet am Montag eine offene und ehrliche Debatte

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06. Dezember 2014, 00:12 Uhr

Die Interessengemeinschaft „Gemeinsam gegen den Wind“ formiert sich. „Wir zählen gegenwärtig 1732 Unterschriften gegen das Projekt Windkraftanlagen Wakenstädt“, sagt Holger Hempel. Er ist Mitglied der Interessengemeinschaft, die sich nach dem Bekanntwerden der Pläne für 13 weitere Windkraftanlagen bei Gadebusch aufgestellt hat.

Eine Form des öffentlichen Protestes und Druck, unter dem die Stadtvertreter von Gadebusch am kommenden Montag eine finale Entscheidung treffen sollen: Windpark ja oder nein? Stadtvertreter Heiko Lembck befürchtet, dass das starke Engagement der Interessengemeinschaft sich einseitig auf die Entscheidung der Kommunalvertreter auswirken könnte. Heiko Lembck: „Dieses Projekt mit kommunaler Beteiligung hätte die Chance auf eine intensive Prüfung des Für und Wider verdient.“

Der Protest der Interessengemeinschaft, erhält dafür ungebremst Zuspruch, berichtet Frank Rohmann vom Kulturhistorischen Verein 1712: „Wir erhalten sehr viel Post. Die Bürger der schwedischen Partnerstadt Åmål, die Familie des ehemaligen Feldmarschalls Magnus Stenbok (1665−1717) und die schwedische Militärhistorische Vereinigung reagieren auf die Planungen mit Verwunderung.“ In dem der SVZ vorliegenden Schreiben von Anders Emanuelson (Vertreter der Hallandbrigaden) aus Stockholm heißt es: „Mit Respekt für die gefallenen Soldaten aller beteiligten Nationen hören wir nun mit großer Trauer und Enttäuschung, dass auf dem Schlachtfeld, auf welchem heute Frieden herrscht, sechs Windkraftanlagen von jeweils 200 Metern Höhe gebaut werden sollen.“ Grundsätzlich habe man Verständnis für den Strombedarf der modernen Gesellschaft. Allerdings im Gedenken an die Schlacht von 1712 mit 3000 Toten wird um Rücksicht gebeten: „Wir bitten die Behörden, diesen Ansatz zur Entscheidung zu überdenken und den Windpark an einem anderen Ort zu errichten.“ Darüber hinaus äußerten sich Vertreter aus Dänemark und der Universität Greifswald vom Lehrstuhl nordische Geschichte besorgt über das Windkraftprojekt, so Rohmann weiter.

Mit der Empfehlung des Hauptausschuss der Stadtvertretung Gadebusch – ein Nein zum Vorhaben – wurde aus Sicht von Holger Hempel und Frank Rohmann dem Projekt der Wind längst nicht aus den Segeln genommen. „Zahlreiche Menschen denken, die Sache ist gelaufen. Das ist sie längst nicht“, sagt Rohmann. Mit 3200 Flyern will die „Interessengemeinschaft gegen den Wind“ am Wochenende in Gadebusch und Umgebung mobil machen. „Wir verteilen die Informationsbroschüren und rufen zur Teilnahme an der Stadtvertretersitzung am kommenden Montag um 19 Uhr auf“, sagt Hempel. Bereits einen Tag darauf will die IG bei einer Tagung des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg in der Malzfabrik Grevesmühlen vorsprechen. „Uns wurde Rederecht eingeräumt“, sagt Hempel, der mit Rohmann auf Unterstützung durch Bürger aus Gadebusch und Umgebung hofft.


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