Bürgermeister in Pokrent : Gefahren von Gemeinde abwehren

Jörg Haase ist neuer Bürgermeister von Pokrent.
Jörg Haase ist neuer Bürgermeister von Pokrent.

Jörg Haase, der neue Bürgermeister von Pokrent, im SVZ-Interview

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25. Juli 2019, 05:00 Uhr

Knapp zwei Monate sind seit den Kommunalwahlen vergangen. Dabei hatte sich das Personalkarussell in einigen Gemeindevertretungen heftig gedreht. SVZ fragt bei den neu gewählten Bürgermeistern nach, welche Aufgaben in deren Gemeinden anstehen. Heute beantwortet Jörg Haase, der neue Bürgermeister von Pokrent, die Fragen von SVZ-Redakteur Holger Glaner.

Welches ist die dringendste anstehende Aufgabe in Ihrer Gemeinde?
Jörg Haase: Als neu gewählter Bürgermeister ist es meine dringendste Aufgabe, sich einen Überblick über das Geschehen in der Gemeinde zu verschaffen. Pokrent ist eine sehr gut funktionierende Gemeinde, mit einem schmalen Haushalt auf Grund der wenigen gewerblichen Ansiedlungen. Auf Sicherheit bedacht, sehe ich als eine sehr wichtige Aufgabe, die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren, den finanziellen Möglichkeiten entsprechend, durch eine hohe technische Ausstattung zu gewährleisten. Der Bürgersteig in der Lützower Straße muss saniert werden, unsere Landwege sind nicht im besten Zustand und auch den Baumpflegearbeiten sollte mehr Beachtung geschenkt werden. Also sollte ich vielleicht als dringendste Aufgabe sehen, mehr finanzielle Mittel für unsere Gemeinde aufzutun, ohne unsere Einwohner und Betriebe steuerlich oder generell finanziell mehr zu belasten. Dabei muss ich aber auch realistisch bleiben.

Wie schätzen Sie die aktuelle und künftige Haushaltslage Ihrer Gemeinde ein?
Kritisch optimistisch! Die Gemeinde ist fast schuldenfrei, daran müssen wir weiter arbeiten. Unseren Gemeindevertretern ist es in den letzten Jahren gelungen, einen sparsamen Haushalt zu führen und für unsere Einwohner trotzdem eine Gemeinde zu entwickeln, in der wir sehr gern leben. Für mich eine ständige Aufgabe, dafür zu werben, dass die Kreisumlage möglichst gering gehalten wird.

Mit welcher Förderung dürfen Vereine Ihrer Gemeinde rechnen?
Rechnen sollte man nie mit etwas, dann kann man nur angenehm überrascht werden. In den Haushalt der Gemeinde sind, den Möglichkeiten entsprechend, Zuwendungen für gesellschaftliche Aktivitäten unserer Vereine eingestellt. Ansonsten sollten wir Projekte entwickeln, um Fördermittel beantragen zu können.

Vor welchen Herausforderungen steht der Brandschutz in Ihrer Gemeinde?
Im Moment entwickeln wir den Brandschutzbedarfsplan für unsere Gemeinde neu. Besondere Herausforderung ist die Unterhaltung von zwei freiwilligen Feuerwehren und deren technische Ausstattung. Auch die personelle Einsatzstärke könnte mehr und mehr zum Spagat werden. Wie ich bereits erwähnte, steht für mich die Sicherheit und die Abwehr von Gefahren in unserer Gemeinde an oberster Stelle.

Wie wollen Sie das Leben auf dem Land für junge Menschen und Familien attraktiver machen?
Wir haben eine Kindertagesstätte auf hohem Niveau, einen sehr kurzen Weg zur Regionalen Schule mit Grundschule Lützow. Ich glaube sogar einen kürzeren Weg als so manches Lützower Kind. Eine Arztpraxis ist vor Ort. Das kulturelle und gesellschaftliche Leben wird sehr aktiv und kreativ durch Vereine und Privatinitiativen gestaltet. Die Nähe zu Schwerin, Lübeck, Ratzeburg und zur Metropole Hamburg hat auch ihren Reiz für das Wohnen in Pokrent. Das Konzept unserer Spielplätze muss überdacht werden und auch mit dem jetzigen Fahrplan unseres ÖPNV können wir nicht zufrieden sein. Ich kann mich gut an Zeiten erinnern, dass Pokrent von morgens 6   Uhr bis am Abend 18 Uhr mehrmals täglich mit dem Nahverkehr erreichbar war. Dieses wieder zu erreichen, ist eine Forderung an die Kreisverwaltung von mir. Auch dass zu den kulturellen Höhepunkten in den Städten Gadebusch, Wismar und Schwerin unsere Nahverkehrsmittel eingesetzt werden, gehört zu einem attraktiven Lebensniveau auf dem Land. Breitband ist im Bau und wir werden sehen. In Pokrent wohnt es sich jetzt schon sehr gut und ich kann junge Leute nur animieren, in unserem schönen Dorf zu bauen.

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