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Forstamt Radelübbe gibt höchste Warnstufe aus : Gefahr für die Wälder

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In den Wäldern von Nordwestmecklenburg herrscht höchste Alarmstufe. Seit dem Wochenende gilt Waldbrandwarnstufe 3 - die höchste für die Region. Mindestens bis Mittwoch wird das auch so bleiben.

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erstellt am 22.Jul.2013 | 05:34 Uhr

Gadebusch/Lützow | In den Wäldern von Nordwestmecklenburg herrscht höchste Alarmstufe. Seit dem Wochenende gilt Waldbrandwarnstufe 3 - die höchste für die Region. Mindestens bis Mittwoch wird das auch so bleiben, sagt der Leiter des Forstamtes Radelübbe, Christof Darsow. "Es ist erst einmal keine Besserung in Sicht." Es sei sehr trocken in den Wäldern. Selbst ein Gewitter, wie für Donnerstag angekündigt, werde wahrscheinlich keine deutliche Entlastung bringen. "Das ist eher ein Tropfen auf den heißen Stein." Denn es dauere bis die Böden durchfeuchtet sind und der Regen bleibt oft im Blätterdach hängen. Das Forstamt umfasst ein Gebiet von der Landeshauptstadt und der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. In acht Revieren werden rund 16 500 Hektar Wald betreut. Allerdings ist die Region in der Vergangenheit von größeren Waldbränden verschont geblieben. "Wir haben nicht viele Kiefernwälder und Sandböden." Vereinzelt gebe es aber wie bei Pokrent sandige Waldkuppen. Doch auch Moore seien gefährdet. "Hier gab es früher Nadelholzaufforstungen", erklärt der Forstamtsleiter Darsow.

Auch für das Forstamt Grevesmühlen gilt seit dem Wochenende die höchste Stufe 3, sagt Amtsleiter Thomas Rabe. Auch seine Mitarbeiter sind nun länger im Bereitschaftsdienst. Doch Rabe weist auf eine weitere Gefahr hin. Auf den Feldern könnten Brände entstehen, die dann Richtung Wald laufen. "Aber wir sind in den vergangenen zehn Jahren von Bränden verschont geblieben." Im Gegensatz zu Gebieten mit viel Kiefernwäldern und Sandböden. Die höchste Stufe ist hier die vier.

Für Waldbesucher heißt es nun, besondere Vorsicht walten zu lassen. "Die größte Gefahr geht immer noch von weggeworfenen Zigarettenkippen aus", sagt Darsow. Nicht zu unterschätzen, aber nur sehr selten komme es zu Selbstentzündungen. Die können durch Weltkriegsmunition ausgelöst werden. Brennt es hier, wird allerdings kontrolliert abgebrannt. Für die Einsatzkräfte wäre die Gefahr durch Blindgänger zu hoch. Mit Stufe drei ist nun das Befahren der Wälder und auch das Campen verboten.

Die Forstmitarbeiter sind nun von 10 bis 19 Uhr in Bereitschaft. Jeweils von Montag bis Montag sind sie immer erreichbar. Zusätzlich ist auch ein Traktorist verfügbar. Falls doch einmal eine Schneise in den Wald gezogen werden müsste, sagt Darsow.

Revierförster Norbert Mahlke hat nun immer das Handy in der Nähe. In dieser Woche hat er Bereitschaft. Mahlke betreut das Revier Lützow. Im Wald Fuchsberg stehen rund zwei Hektar Kiefer. Dank des feuchten Frühjahrs ist die Bodenvegetation zwar noch grün und schon hoch gewachsen, trotzdem gilt es Vorsicht walten zu lassen.

Anhand von verschiedenen Indikatoren wird die Waldbrandwarnstufe berechnet. Die Temperaturen, Luftfeuchtigkeit unter 40 Prozent, Windstärke und der Niederschlag nehmen Einfluss, erklärt er.

Mit seinen 540 000 Hektar Wald gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den waldbrandgefährdeten Gebieten in Deutschland. Vor allem in den großen Kiefernwäldern in den Kreise Mecklenburg-Strelitz, Müritz, Uecker-Randow, Parchim und Ludwigslust sind gefährdet.

Waldbrandwarnstufen in MV

  • Stufe 0: keine Waldbrandgefahr

  • Stufe 1: Waldbrandgefahr

Beginn der Bereitschaftsdienste der unteren Forstbehörden , incl. Besetzung der Waldbrandüberwachungsanlagen, Warnstufen stehen im Internet www.wald-mv.de und an den Forstdienststellen
  • Stufe 2 erhöhte Waldbrandgefahr

Bereitschaftsdienst der Forstbehörden
  • Stufe 3 hohe Waldbrandgefahr

Beginn Rufbereitschaftsdienst , verstärkte Information der Öffentlichkeit, Ausnahmeregelungen zum Anlegen von Feuern werden nicht mehr erteilt. Sperrungen von Wäldern zum Betreten möglich
  • Stufe 4 höchste Waldbrandgefahr

täglicher Austausch zur Lage und zu vorzuhaltenden Mitteln und Kräften

Quelle: Landesforst MV

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