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Jakobskreuzkraut : Gefährliches Kraut breitet sich rasant aus

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gelbe Blüten schmücken die Grünflächen der Landwirte in der Region, doch das Jakobskreuzkraut ist giftig

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2014 | 15:37 Uhr

Eine gelbe Blütenpracht sprießt derzeit auf den grünen Flächen rund um Gadebusch. Wie kleine Farbtupfer verleihen sie dem Ackerbereich Abwechslung. „Das ist das Jakobskreuzkraut. Es sieht zwar schön aus, ist aber sehr giftig für Pferde und Kühe“, sagt Jörg Haase vom Kreisbauernverband besorgt.

Durch das extensive Grünland, das von der Europäischen Union als Umweltschutzmaßnahme vorgeschrieben ist, könne sich diese Pflanze mittlerweile auf den gesamten Ackerflächen der Landwirte im Nordwestkreis ausbreiten. „Da wir die Grünflächen jetzt nicht mehr mit Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel verwenden dürfen, ist genug Fläche für das Kraut vorhanden, auf der es wachsen kann“, so Haase weiter. Wenn das Jakobskreuzkraut blüht, versprüht es die Samen auf kahle Stellen, wie beispielsweise auf Maulwurfshügeln. „Zuerst ist es ein grüner Busch. Erst nach einem Jahr fängt es an zu blühen und streut erneut.“ Mittlerweile seien schon große Teile der Fläche mit dem Kraut zugewuchert. „Diese können wir dann nicht mehr für Heu ernten, weil das Kraut in einer zu hohen Konzentration vorhanden ist – dieser Teil muss stillgelegt werden.“

Eine zusätzliche Schwierigkeit für den Landwirt stellt das Verbot des Mähens der Wegesränder dar: „Gerade an diesen Stellen wird mit dem Viehzeug langgegangen. Wenn sie das Kraut fressen, wirkt es in deren Magen wie Arsen wirkt und die Tiere können daran sterben.“ Für ein Pferd wird es ab einer Menge von 60 Gramm, die sich im Körper befinden, gefährlich, für ein Rind ungefähr bei 140 Gramm.

Auch die Landtagsabgeordnete Martina Tegtmeier (SPD) hat bereits von der Thematik gehört. Bürger wandten sich besorgt an die Politikerin. Aus diesem Grund werde sie das Thema und mögliche Lösungen als Mitglied des Kreistages von Nordwestmecklenburg bei einer kommenden Sitzung ansprechen.

„Auch der Kreisbauernverband wird seine Diskussionsergebnisse dem Kreistag zur Verfügung stellen“, versichert Jörg Haase. Seiner Ansicht nach ist der Umweltschutzgedanke wichtig, sollte aber nicht auf Kosten der Landwirte aus der Region durchgesetzt werden. „Das Kraut ist vor einigen Jahren erst nach MV gekommen. Erst konnten wir es noch bekämpfen, aber mit den neuen Bestimmungen nicht mehr und uns werden weitere Flächen zum Anbau verloren gehen.“ Hinzu komme auch der Tierschutz, denn die Rinder und Pferde sind mit diesem Kraut nicht aufgewachsen, kennen es nicht, und haben daher keine Hemmungen es zu fressen. „Nur ein geschultes Tier weiß, dass es giftig ist, aber darauf muss man es ja nicht ankommen lassen“, sagt Haase.

 

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