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Vor 300 Jahren: Schwedenschlacht bei Gadebusch : Gedenktafel erinnert an Kriegstote

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300 Jahre nach der Schwedenschlacht bei Wakenstädt wird morgen in der Gadebuscher Stadtkirche eine Gedenktafel eingeweiht. Sie soll an die tausenden Opfer der Schlacht erinnern. Zugleich soll die Tafel eine Mahnung sein.

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erstellt am 19.Dez.2012 | 11:21 Uhr

Gadebusch | Exakt 300 Jahre nach der Schwedenschlacht bei Wakenstädt wird morgen in der Gadebuscher Stadtkirche eine Gedenktafel eingeweiht. Sie soll an den dänischen Brigadier Reimar Hans Bülow und an die tausenden Opfer der Schwedenschlacht erinnern. Zugleich solle die Tafel eine Mahnung sein. "Denn Krieg ist immer etwas Furchtbares und nie etwas Positives", sagte gestern Frank Rohmann vom Kulturhistorischen Verein von 1712. Er bezeichnete die Schwedenschlacht als eine absolute Katastrophe für die Menschen der Region.

Der Bevölkerung habe man damals nahezu alles genommen. Dort, wo der Kriegszug entlang rollte, sei im Umkreis von 40 Kilometern alles Essbare sowie Tierfutter requiriert worden - ohne zu bezahlen. "Viele junge Männer aus Mecklenburg wurden von den verfeindeten Seiten in die Armee gesteckt. Wer sich weigerte, war wenig später tot", verdeutlicht Rohmann. "Vier Tage vor Weihnachten mussten 40 000 Leute versorgt werden. Es herrschte Hunger, es gab Krankheiten. Die Menschen froren", so Frank Rohmann.

In der Stadtkirche, in der die Gedenktafel morgen offiziell enthüllt wird, befanden sich nach der Schlacht etwa 4000 Gefangene. "Damals hatte der Pastor am 24. Dezember 1712 im Kirchenbuch vermerkt, dass die dä nischen Gefangenen vor Hunger die Talgkerzen gegessen haben."

Bei der Schlacht selbst waren etwa 3000 Soldaten aus Dänemark, Schweden, Sachsen und Mecklenburg ums Leben gekommen. Auch der dänische Brigadier Reimar Hans Bülow wurde ein Opfer der Schlacht. Er wurde am 20. Dezember 1712 von einer Kugel tödlich getroffen und fand später seine letzte Ruhestätte in der Gadebuscher Kirche.

Mit der Gedenktafel soll an sein Schicksal und das tausender Opfer erinnert werden. Nachfahren des dänischen Brigadiers hatten sich deshalb an die Kirchgemeinde und den Kulturhistorischen Verein von 1712 mit einer entsprechenden Bitte gewandt. Auch sie werden morgen zur Einweihung der Gedenktafel in Gadebusch erwartet.

Der Festgottesdienst in der Gadebuscher Stadtkirche beginnt um 11 Uhr. Gegen 12 Uhr ist eine Kranzniederlegung an historischer Stätte in Wakenstädt mit Ehrensalut geplant.

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