Kunst mit Profis in Gadebusch : Gedanken rund um das Fremde

Drei Tage lang arbeitete die Klasse 8c des Gadebuscher Gymnasiums gemeinsam mit der Schriftstellerin Birgit Lohmeyer und der Künstlerin Miro Zahra an dem Projekt „Die Fremde“. Fotos: Holger Glaner
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Drei Tage lang arbeitete die Klasse 8c des Gadebuscher Gymnasiums gemeinsam mit der Schriftstellerin Birgit Lohmeyer und der Künstlerin Miro Zahra an dem Projekt „Die Fremde“. Fotos: Holger Glaner

Im Rahmen des Projekts „Künstler für Schüler“ setzten sich Schüler mit einer recht schwierigen Problematik auseinander

svz.de von
03. Juni 2016, 20:45 Uhr

„Ich kann diesen Text nicht lesen, der ist mir völlig fremd.“ Erstaunt registrierte Susanne Achsner die Herangehensweise ihrer Schüler an das dreitägige Projekt „Das Fremde“ und die daraus entstandenen Arbeiten. Jan Baumgart hatte den Text in seiner Arbeit kurzerhand codiert. „GSRNB KUS FBR ZUT“ – Lesbar nur für den 14-jährigen, der Inhalt entsprechend fremd für Klassenleiterin und alle Mitschüler. Doch das ist nur eines von 22 Ergebnissen aus der Zusammenarbeit mit Miro Zahra und Birgit Lohmeyer.

Im Rahmen des landesweiten Projekts „Künstler für Schüler“ begleiteten die Künstlerin und die Schriftstellerin bei der Klasse 8c des Gadebuscher Gymnasiums ein so genanntes Tandem-Projekt. „Die Schüler sollten bei der Erstellung eines Buches sowohl mit Text- als auch Bildsprache ihre Gedanken und Gefühle zum Thema ,Das Fremde’ ausdrücken“, sagt Miro Zahra.

Und was dabei herauskam, ist beeindruckend. Einerseits von der bildnerischen Umsetzung, vor allem aber auch mit den aufgegriffenen Inhalten. Vorherrschend: Krieg, Flucht, und immer wieder – der Tod. „Das ist normal, das sind Themen aus ihrem Alltag“, versucht Susanne Achsner eine Erklärung. „Die sind alle in der Pubertät, da beschäftigt man sich viel mit solchen Themen“, sagt Miro Zahra. So beschreibt Lilly Hacker ihre Gefühle, als sie eines Morgens aufwacht und Eltern und Geschwister nicht mehr da sind. Ums Leben gekommen bei einem vermeintlichen Verkehrsunfall. Beklemmend, bedrückend, lebensecht beschrieben. Kloß im Hals. Zum Glück aber nicht real. „Ich höre immer wieder von solchen Ereignissen. Da habe ich einfach Angst um meine Familie“, so die Achtklässlerin.

Der Inhalt des verrschlüsselten Textes von Jan Baumgart indes bleibt zumindest vorerst sein Geheimnis. Und somit für alle irgendwie fremd.

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