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Kinderbetreuung : Gebühren-Schock an Kita Lützow

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Tarifanpassung für das Personal, neue Pachthöhe und Baukosten lassen monatliche Beiträge explodieren

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2015 | 23:51 Uhr

Aufregung in Lützow: Der Träger der Kita Spatzennest, die Felicitas gGmbH, erhöht die monatlichen Gebühren drastisch: Für einen Kindergartenplatz werden circa 40 Euro mehr fällig und für einen Krippenplatz sogar rund 80 Euro.

Zahlen sollten die Eltern die neuen Gebühren bereits ab dem 1. November. Nach Protesten setzte sich die Gemeinde dafür ein, dass die Erhöhung nun erst zum 1. Dezember kommt. Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung hatten Eltern ihrem Unmut kundgetan. „Wir haben uns am nächsten Tag mit dem Träger zusammengesetzt und erreicht, dass die Beiträge erst zum 1. Dezember erhöht werden“, sagte Bürgermeister Tino Waldraff.

„Wir hatten uns schon überrumpelt und manche Eltern auch überfordert gesehen, als wir vor wenigen Tagen erfuhren, dass die Gebühren erhöht werden sollen“, sagte eine Mutter. „Manche Eltern haben keine Rücklagen und hätten das zum 1. November nicht zahlen können. Deshalb wenden wir uns im Interesse aller Eltern an die Gemeinde“, sagte die Lützowerin.

Schuld für die Kostenexplosion sind laut Bürgermeister zum einen die Renovierungskosten für das Theodor-Körner-Haus, in dem die Kinder seit einigen Wochen übergangsweise untergebracht sind (SVZ berichtete). 63 000 Euro waren dafür angefallen. Parallel mache sich eine Tariferhöhung für das Personal bemerkt, sagte Waldraff.

Größter Kostentreiber sind die Umbau- und Sanierungskosten für das Spatzennest. 1,25 Millionen Euro werden investiert. Davon werden 500 000 Euro gefördert. Die Differenz von 700 000 Euro finanziert die Gemeinde mit einem Kredit. Der wird über die Pacht abgezahlt. Mit dem Einzug in die sanierte Kita muss Felicitas zudem mehr Pacht an die Gemeinde zahlen. Von derzeit 1200 Euro für 800 Quadratmeter Land steigt die Last auf 40 000 Euro. „Jahrelang haben wir durch die geringe Pacht die Eltern vor höheren Gebühren schützen wollen, nun geht es aber nicht mehr anders“, erklärte Waldraff. „Wir hatten eine der günstigsten Kitas in der Umgebung.“ Nun liegen die Kosten im allgemeinen Durchschnitt. Diese teilen sich Eltern, Land und Gemeinde zu je einem Drittel.

Ursprünglich sollte die Kita nicht in diesem Jahr saniert werden. Überraschend flatterte der Förderbescheid des Landkreises über 500 000 Euro ins Haus. So geriet das Bauvorhaben unter Zeitdruck. „Eine halbe Million muss erstmal in drei, vier Monaten verbaut werden. Das verleiht der gesamten Aktion eine ziemliche Dynamik“, sagte der Bürgermeister. Im Mai 2016 sollen die Arbeiten am Spatzennest abgeschlossen sein. „Seit den 70-er Jahren ist an diesem Kindergarten nichts mehr passiert. Am Ende können wir froh über die Entwicklung sein, auch wenn es etwas kurzfristig kommt“, sagte Waldraff.

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