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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 23:00 Uhr

Gross Rünz : Gartenideen für Weißrussland

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Verein unterstützt Hilfsprojekt

von
erstellt am 06.Jul.2017 | 04:45 Uhr

Ideen aus einem ökologisch gestalteten Garten in Groß Rünz finden in Weißrussland großen Anklang. Mit Kräuterschnecken und alternativen Wegen in der Schädlingsbekämpfung engagiert sich der Verein „Gemeinsam Gärtnern e.V.“ an einer Aufbauarbeit der besonderen Art.

„Es geht nicht um Ökolandbau. Davon sind die Menschen dort weit entfernt. Initiativen zur Selbsthilfe stehen im Vordergrund“, sagt Andrea Keil, die mit Nicole Bowe als Vorstandsmitglied des Groß Rünzer Vereins im weißrussischen Krisvoselskiy das deutsche Projekt vorstellten.

Seit drei Jahren engagieren sich Frauen und Männer auf dem ehemaligen Demeterhof in Groß Rünz, bewirtschaften Gewächshäuser, Wiesen und Obsthaine mit dem Ziel des gemeinsamen Lernens und der Selbstversorgung und des menschlichen Miteinanders.

Ein Projekt, das den Menschen in Weißrussland Mut geben könnte. Eine Form von dort nicht vorhandener Eigeninitiative, die möglicherweise Abwanderung, Überalterung und wirtschaftliche Krisen in dem armen Land mildern könnte. Ein kleines Pflänzchen, welches die „stark sozialistisch anmutende Welt“, wie Bowe und Keil meinen, zumindest punktuell zu neuem Schwung verhelfen kann.

Die Reise in die andere Welt sei geprägt gewesen von schönen Landschaften mit viel Wald und netten Menschen. Frauen und Männer, die zu Hause auf Veränderungen warteten. „Somit ist es gut, dass verantwortliche Akteure vor Ort diesen Austausch mit uns voranbringen“, sagt Nicole Bowe. Hinter all der Theorie mit großen Überschriften wie „Förderprogramm Belarus“ und „Peripherisierung ländlicher Räume als Herausforderung“ stehen praktische Aktionen wie die Anlage von Kräutergärten oder der Bekämpfung von Schädlingen im Gemüsebeet. Hier müsse durch den Mangel an Schädlingsbekämpfungsmitteln auf natürliche Mittel gesetzt werden. Tipps zum Arbeiten ohne Chemie, die die Menschen voranbringe. „Eine Form der praxisnahen Zusammenarbeit, mit der sich mit wenig Aufwand viel auf die Beine stellen lässt“, so Bowe. Die Weißrussen sehnten sich nach Initiativen, die Perspektiven geben. „Glücklicherweise unterstützt die regionale Verwaltung in Weißrussland diese Kooperation“, so Andrea Keil.

Nach knapp vier Wochen Vorbereitungszeit und vor Ort sein, sehen Keil und Bowe den Besuch in Krivoselskiy als ein Anfang. Antworten auf Fragen zum ökologischen Landbau, Tierhaltung, Fischerei, Käseproduktion sind angesichts geringer Investitionsmittel und minimaler Anzahl von Personal zu finden.

Die Ideen dazu kommen aus Deutschland. In puncto Gartenbau aus Groß Rünz. Dort wird es aller Voraussicht nach im September den ersten Gegenbesuch geben. Bowe und Keil sehen den Besuch hier im Nordwesten als wichtigen Bestandteil einer Entwicklungshilfe.

 

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