Gadebusch : Gartenfeuer werden zum Politikum

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Treffen zwischen Kreisverwaltung und Kommunalvertretern bringen keinerlei Veränderung. Unverständnis bei Bewohnern der Region

svz.de von
24. Oktober 2017, 05:00 Uhr

In den Ämtern und Gemeinden des Kreises brennt die Luft: Von allen Seiten hagelt es Anfragen und Beschwerden bezüglich des Verbotes von Gartenfeuern. Vor diesem Hintergrund war eines der Themen beim jährlichen Treffen der Kommunalvertreter mit der Unteren Abfallbehörde Nordwestmecklenburg das „Verbrennen pflanzlicher Abfälle von privaten Gartengrundstücken“ (die SVZ berichtete). Allein die Ankündigung dieses Treffens veranlasste Gretel Hess aus Rosenow, sich beim Heißen Draht zu melden: „Ich hoffe, dass die Verantwortlichen endlich zur Vernunft kommen. Ich bin 85 Jahre alt, soll ich den Baum- und Strauchschnitt mit der Schubkarre bis nach Lützow oder Kaeselow fahren?“, so die Rentnerin. Sie würde ihre Töchter darum bitten, eine wohnt in Ludwigslust, die andere im sächsischen Köthen, aber es gäbe ja nicht einmal genug Kapazitäten für diese Mengen an Bio-Abfall.

Davon ist im Ergebnis des Treffens jedoch keine Rede. Es heißt weiterhin: „Auch für trockenen und größeren Gehölzschnitt ist ein Verbrennen nach der Landesverordnung unzulässig, wenn eine gemeindliche oder gewerbliche Grünschnittannahmestelle in der Nähe erreichbar ist. Bei der Frage der Erreichbarkeit kommt es immer auf die besonderen Umstände des Einzelfalls an. Der Landkreis empfiehlt daher, im Zweifelsfall auch für solchen trockenen und größeren Gehölzschnitt die Annahmestellen zu nutzen“, so Kreissprecherin Wiebke Reichenbach.

Auch jetzt ist keine Konkretisierung des Begriffs „zumutbar“ genannt. „Ich denke Grund ist, dass wir das letzte Bundesland sind, in dem das Verbrennen von Gartenabfällen bislang noch erlaubt war“, interpretiert Matthias Jankowski, Verwaltungschef des Amtes Gadebusch die Verschärfung. Besonders glücklich sei er damit nicht, immerhin müssen nun die Kommunen sehen, wie sie entsprechende Angebote für die Entsorgung machen können: Wenn die Verordnung in der Zukunft konsequent umgesetzt wird, fallen gerade im ländlichen Raum Unmengen dieser Art des Bio-Abfalls an.

Rico Greger, Bürgermeister von Roggendorf weiß noch nicht, ob und in welchem Umfang er in seiner Gemeinde künftig eine Entsorgungsmöglichkeit für Gartenabfall anbietet. Er findet deutliche Worte: „Im Grunde haben die Leute doch selbst Schuld, dass es soweit gekommen ist. Wie viele schmeißen nach wie vor abgeblühte Sonnenblumen, Laub und anderes nasses Zeug auf ihren Abbrennhaufen. Klar, dass sich da andere belästigt fühlen.“

„Ist das Verbrennen von trockenem und größerem Gehölzschnitt als Gartenabfall ausnahmsweise doch zulässig, wird keine Genehmigung benötigt, wenn es im März oder Oktober werktags zwei Stunden in der Zeit von 8 bis 18 Uhr erfolgt. Nur wer von diesen Zeiten abweichen will, benötigt eine Genehmigung des Landkreises“, so Wiebke Reichenbach und weiter: „Nicht zu den verbotenen Feuern gehören sogenannte Brauchtumsfeuer mit trockenem und unbehandeltem Holz.“

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