Lützow : Gärtner in der Warteschleife

Trotz des milden Wetters fängt  Gerhard  Gramowski noch nicht an, sein Gemüse auszusäen.  Fotos: Katharina Roese
Trotz des milden Wetters fängt Gerhard Gramowski noch nicht an, sein Gemüse auszusäen. Fotos: Katharina Roese

Trotz milder Temperaturen raten Experten ab, bereits auszusäen. Nachwuchssorgen: Fünf Kleingärten in der Lützower Sparte zu vergeben

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04. März 2014, 00:00 Uhr

Die Zeichen stehen auf Frühling – so scheint es zumindest. Mildes Wetter, Sonnenschein, die Vögel singen und die ersten Blumen recken ihre Köpfe aus der Erde. Doch für die Gartenarbeit sei es noch viel zu früh, sagt Gerhard Gramowski, Vorsitzender des Lützower Kleingartenvereins. „In dem Volkslied: ,Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt’ liegt schon einige Wahrheit.“ Deshalb rät der Kleingärtner dazu, den Garten erst einmal für die Saison vorzubereiten. „Jetzt kann man gut mit dem Grubber durch den Boden gehen“, sagt Gramowski. So würden die Kapilaren zerstört und das Wasser im Boden gehalten – eine gute Vorbereitung für ein neues Gartenjahr.

Zu dieser frühen Zeit im Jahr allerdings schon mit dem Aussäen zu beginnen, davon rät Gramowski dringend ab: „Wenn man das Saatgut jetzt reinbringt, dann liegt es im Boden und keimt nicht. Es wird eher verrotten oder kaputt frieren, als dass da etwas keimt und blüht.“ Das Saatgut bräuchte bestimmte Bodentemperaturen, die noch nicht erreicht seien, so Gramowski.

Im Gadebuscher Rossmann stehen die Blumenzwiebeln und Tüten mit Saatgut bereits seit gut einer Woche zum Verkauf. „Die Zwiebeln werden gut verkauft“, sagt Gerlinde Müchler, die stellvertretende Verkaufsstellenverwalterin der Filiale. „Die Sämereien gehen allerdings noch nicht so gut.“ Noch fünf Grad mehr, dann könne man aber schon richtig anfangen zu gärtnern, sagt sie. Da gibt Gerhard Gramowski ihr recht: „In der zweiten Märzhälfte kann man anfangen auszusäen.“ Am besten sei es, sich nach den Daten auf den Saatguttüten zu richten, rät der Lützower Kleingärtner.

Wen das Frühlingswetter jetzt aber schon lockt, in der Erde zu graben und ein bisschen frühe Blumenpracht vor die Haustür zu setzen, der kann zum Beispiel Stiefmütterchen und Hornveilchen pflanzen. „Diese Blumen sind winterhart, die halten auch mal einen Frost aus“, sagt Bernd Liebs, Inhaber der Gärtnerei Liebs aus Gadebusch. Einziger Nachteil: die erste Blüte würde vernichtet. Der Fachmann rät, Schalen zu bepflanzen: „Die kann man bei Frost reinstellen. Aber es ist schon noch ganz schön früh, um Pflanzen rauszusetzen. Der Februar ist ja gerade erst vorbei“, so Liebs.

Bei Gartenbau Werner aus Benzin stehen die Primeln vor der Tür. Auch Gänseblümchen könne man getrost rauspflanzen, sagt Astrid Werner. „Die halten Temperaturen bis Minus fünf Grad aus.“ Zudem könnten Salat, Kohlrabi und Petersilie jetzt für das Gewächshaus vorbereitet werden.

Und wer Lust hat, später im Jahr Blumen, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zu ernten, der hat die Möglichkeit, eines von fünf freien Grundstücken im Lützower Kleingartenverein zu übernehmen. „Sie sind ab sofort verfügbar“, sagt Gerhard Gramowski. Im Schnitt hätten die Gärten eine Grundfläche von etwa 200 Quadratmetern. „Und bei uns darf jeder seinen Garten so gestalten wie es ihm gefällt“, so der Vorsitzende des Lützower Vereins. Die Regel, ein Drittel Gartenerzeugnisse, ein Drittel Zierpflanzen und Gräser und ein Drittel bauliche Anlagen, sei bei ihnen außer Kraft gesetzt. „Das ist veraltet“, findet Gramowski. Wer Interesse hat, kann sich bei dem Vorsitzenden des Lützower Vereins unter Telefon 038874-227 04 melden.

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