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Rückbau beantragt : Gadebuscher Wohnblöcke stehen leer

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Der demografische Wandel sorgt für ernste Probleme in Gadebusch, viele Wohnungen stehen leer. Die Wohnungsgenossenschaft muss zwei Aufgänge in der Erich-Weinert-Straße abreißen lassen, damit die Stadt attraktiver wird.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 06:45 Uhr

Gadebusch | Der demografische Wandel sorgt für ernste Probleme in Gadebusch. "Wir haben momentan einen deutlich steigenden Wohnungsleerstand in der ehemaligen Kreisstadt. Ich denke, das kommt daher, weil wir nicht viele Arbeitsmöglichkeiten gerade für junge Leute haben und sehr viele Alte", erklärt Kerstin Flägel, Leiterin der Gadebuscher Wohnungsgenossenschaft (GWG). Letztere besitzen meist ein Eigenheim. Aus diesem Grund beantrage die Wohnungsgenossenschaft in Zusammenarbeit mit der Stadt nun eine Förderung zum Rückbau der betroffenen Blöcke. "Da die Wohnungsgesellschaft und unsere Genossenschaft regelmäßig die Entwicklung der Altersstruktur der Stadt und den Leerstand im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) festgehalten haben, haben wir ein Recht auf diese Förderung", erläutert Flägel.

Drei Blöcke hätten den bisher größten Leerstand in dem Bereich der Konsumgenossenschaft: Rudolf-Breitscheid-Straße 1 bis 15, Erich-Weinert-Straße 16 bis 30 sowie Erich-Weinert-Straße 32 bis 46. In jedem dieser Blöcke befinden sich 64 Wohneinheiten bestehend aus 3-Raumwohnungen mit 60 Quadratmetern, 1,5-Raumwohnungen mit 45 Quadratmetern und 3,5-Raumwohnungen à 77 Quadratmeter. Im Vorstand und im Aufsichtsrat wurde ein Konzept für die betroffenen Blöcke erstellt, wonach dem Leerstand mit einem Rückbau entgegengewirkt werden soll. Dieses Vorhaben habe die Genossenschaft in die Mitgliederversammlung getragen. "In den beiden Aufgängen Erich-Weinert-Straße 20 und 26 herrscht ein akuter Leerstand, weshalb wir mit diesen beginnen und planen sie im Jahr 2014 abzureißen", erklärt die Leiterin der GWG. Das gesamte Konzept könne erst in zehn bis zwölf Jahren greifen. Es wurden Gespräche mit den betroffenen Mietern geführt und ihnen die Situation erklärt. "Sie waren alle verständnisvoll und haben sich der neuen Situation angepasst", so Flägel.

In jedem der Aufgänge befänden sich acht Wohnungen, zurzeit seien noch drei belegt. Die meisten Mieter seien bereits in gleichwertige Wohnungen umgezogen. "Klar haben wir versucht, die Mieter in unserer Genossenschaft zu halten. Für die drei verbleibenden Haushalte sind wir auch noch auf der Suche nach einer geeigneten Alternative." Mit dem Abriss der beiden Aufgänge erhofft sich Flägel mehr Platz für Grünflächen und Parkplätze, damit die Wohnumgebung attraktiver werde. "Statt eines Hauses gibt es dort dann nämlich drei."

Die Förderung benötige die Genossenschaft, da der Abriss eines Aufganges etwa 150 000 Euro kostet und dies aus eigenen Mitteln nicht zu schaffen sei. "Die Stadt Gadebusch muss den Fördermittelantrag stellen, weil wir das nicht dürfen.Aber ich denke mal, dass wir in dieser Hinsicht alle an einem Strang ziehen, schließlich wollen wir eine attraktivere Stadt", so die Leiterin der GWG.

Erst im Jahr 1996 wurden die letzten Sanierungsarbeiten an den Anfang der 1970er-Jahre erbauten Wohnblöcken beendet - jede Wohnung bekam einen Balkon. Vorbild für die Wohnungsgenossenschaft seien die umgebauten Wohnblöcke in der Perleberger Straße in Schwerin. "Wir haben uns dort umgesehen, um zu schauen, ob dies bei uns auch möglich wäre, da auch unsere Mieter nicht jünger werden. Allerdings fehlt uns für solch große Umbauten das Geld", so Flägel. Allein das Einbauen eines Fahrstuhles koste etwa 120 000 Euro, dennoch wisse die Leiterin der GWG, dass ein altersgerechtes Umbauen erforderlich werde.

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