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Unterstützung für Volksinitiative : Gadebuscher kämpfen für das Theater

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Gegen die geplanten Kürzungen in der Theater-Landschaft MV regt sich immer größerer Widerstand. In Möllin trugen sich nach einem Gastspiel der Fritz-Reuter-Bühne mehr als 100 Menschen in eine Unterschriftenliste ein.

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erstellt am 19.Dez.2011 | 07:04 Uhr

Möllin | Gegen die geplanten Kürzungen in der Theater-Landschaft MV regt sich ein immer größer werdender Widerstand. Allein in Möllin trugen sich nach einem Gastspiel der Fritz-Reuter-Bühne Schwerin mehr als 100 Menschen in eine Unterschriftenliste ein. Sie unterstützen damit die Forderung einer Volksinitiative an den Landtag, unverzüglich Rahmenbedingungen für den Erhalt der bestehenden Theater- und Orchesterstrukturen in MV zu schaffen. Dazu gehöre insbesondere eine auskömmliche finanzielle Unterstützung durch das Land.

Kein Verständnis zeigten Besucher des Gastspiels in Möllin dafür, dass die Schweriner Fritz-Reuter-Bühne platt gemacht werden soll. Pro Spielzeit zieht diese niederdeutsche Bühne 24 000 Besucher an, die Darsteller geben 70 Vorstellungen in Schwerin sowie 80 Aufführungen in anderen Orten. Allein in Möllin waren beide Veranstaltungen restlos ausverkauft.

"Ich finde es fürchterlich, was hier passieren soll. Ein Land, in dem Fritz Reuter geboren wurde, sieht sich nicht in der Lage diese Super-Bühne zu halten? Ich finde das unerträglich", sagte Eckhard Brockmüller aus Zarrentin. Hans-Jürgen Stoffers aus Reinbek bei Hamburg warnte: "Es würde ein Stück niederdeutsches Kulturgut verloren gehen." Eine der zahlreichen Gadebuscherinnen, die sich ebenfalls mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Theater-Landschaft MV einsetzt, ist Karin Pieper. "Es geht hier auch um die Pflege und den Erhalt der niederdeutschen Sprache. Ansonsten droht sie irgendwann verloren zu gehen. In vielen Familien wird bereits kein Plattdeutsch mehr gesprochen", so Karin Pieper.

Die Schauspieler der Fritz-Reuter-Bühne zeigten sich von der Mölliner Unterschriftenaktion überrascht und sind dankbar. "Ich finde es großartig, dass auch hier die Menschen ihre Unterschrift leisten und sich für den Erhalt der Theater- und Orchesterstrukturen einsetzen", sagte Andreas Auer. Neben ihm traten in der Veranstaltungsscheune des Mölliner Rauchhauses Knut Fiete Degner, Arja Sharma, Elfi Schroth, Ulrike Stein und Jens Tramsen auf. Zusammen führten sie ihr niederdeutsches Weihnachtsprogramm auf.

Von den Schließungsplänen waren die Schauspieler in der vergangenen Woche überrascht worden. "Wir sind aus allen Wolken gefallen. 20 Minuten vor Beginn einer Vorstellung habe beispielsweise ich davon erfahren. Aber wir sind kampferprobt. Es wunde schon einmal versucht, die Fritz-Reuter-Bühne zu schließen", sagte Andreas Auer.

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