Energiewende : Gadebuscher fürchten Windpark

Gebaut wird derzeit der Windpark Badow. Projektplaner möchten nun auch bei Gadebusch Windkraftanlagen errichten.
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Gebaut wird derzeit der Windpark Badow. Projektplaner möchten nun auch bei Gadebusch Windkraftanlagen errichten.

Planer regen 200 Meter hohe Anlagen südlich der B104 an

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01. November 2014, 07:41 Uhr

Nach dem gescheiterten Bau von Windkraftanlagen bei Buchholz gibt es neue Pläne für einen Windpark bei Gadebusch. Demnach regen Planer den Bau von acht bis neun Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 27 Megawattstunden an. Die Anlagen könnten eine Höhe von knapp 200 Metern erreichen, berichten mehrere Quellen übereinstimmend. Als mögliche Fläche peilen die Projektplaner das Gebiet zwischen Gadebusch-Wakenstädt-Pokrent/Meierei an.

Kontakt wurde bereits mit Kommunalpolitikern aufgenommen und die Pläne einigen Fraktionen vorgestellt. Dabei sollen auch finanzielle Anreize aufgezeigt worden sein, berichtet ein so genannter Insider. Der besorgte Gadebuscher hatte sich an die SVZ gewandt.

Sollte es zur Realisierung des Windparks zwischen Gadebusch-Wakenstädt-Pokrent/Meierei kommen, würde ein Teil der Anlagen auf Flächen der Agrar Aktiengesellschaft Gadebusch errichtet werden. Potenzielle Windparkbetreiber sollen am laufenden Band bei der Agrar AG vor der Tür stehen. „Uns liegen sechs Projekte vor. Wir haben uns zu keinem dieser Projekt bisher bekannt“, sagt Jörg Haase von der Agrar Aktiengesellschaft Gadebusch auf SVZ-Anfrage.

Haase erklärt weiter, dass die Agrar Aktiengesellschaft in keiner Form etwas realisieren wolle, wenn Bürger von Gadebusch, Lützow und Pokrent dabei außen vor gelassen würden. Er verdeutlicht aber auch: „Wir können den Fortschritt kaum aufhalten.“

Auch die Stadt Gadebusch könnte von einem Windpark profitieren. Sie verfügt in dem angepeilten Windparkbereich über eine Teilfläche. Nach SVZ-Informationen geht es um mögliche Pachteinnahmen in Höhe von rund 40 000 Euro pro Jahr.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest (SPD) befürchtet in der Bevölkerung ein Akzeptanzproblem. „Wenn die Mehrheit der Bürger das nicht will und solch ein Projekt für sie keinen materiellen Gewinn – in Form günstigerer Strompreise oder als Anlageform – bringt, wird es schwierig.“ Rückenwind bekommen Investoren derweil von der Landesregierung. Sie setzt auch weiterhin auf den Ausbau der erneuerbaren Energien und will mit einem Beteiligungsgesetz rechtliches Neuland betreten. „Mit dem Gesetz verpflichten wir künftig jeden Investor zu einem Angebot zur Beteiligung an insgesamt mindestens 20 Prozent seines Projektes. So haben die Betroffenen künftig etwas davon“, so Energieminister Christian Pegel.


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