Internationaler Museumstag : Gadebuscher belagern ihr Schloss

Lange Wartezeiten nahmen die Besucher zur Teilnahme an einer Führung durch das Gadebuscher Schloss in Kauf. Fotos: Holger Glaner
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Lange Wartezeiten nahmen die Besucher zur Teilnahme an einer Führung durch das Gadebuscher Schloss in Kauf. Fotos: Holger Glaner

Hunderte Besucher strömen zum ersten Tag der offenen Tür und erforschen die von der Stadt zurückersteigerte Anlage

svz.de von
14. Mai 2018, 05:00 Uhr

So etwas hat die Münzstadt schon lange nicht erlebt: Hunderte Besucher strömten am Sonnabend zum ersten Tag der offenen Tür des Renaissanceschlosses Gadebusch. Die Stadt hatte die Anlage nach vielen Jahren des Fremdbesitzes erst im Oktober vergangenen Jahres für 220 100 Euro zurückersteigert und will das Schloss nun in den nächsten Jahren aufwendig sanieren.

Und das wird eine wahre Sisyphusarbeit. Morsche Holzfußböden, zertretene Türen, beschädigte Fenster, in die Jahre gekommene Neon-Beleuchtung, zerschlagene Fliesen, herabhängende Tapeten, Elektroinstallationen von anno dazumal. Klaus Leuchtemann dämpft gleich zu Beginn einer von vielen Schloss-Führungen die Erwartungen der Besucher. „Bitte wundern Sie sich nicht, das hier ist kein fertiges Schloss wie in Schwerin oder Güstrow. Um dorthin zu kommen, benötigen wir noch mindestens zehn Jahre“, erklärt der Vorsitzende des Gadebuscher Kulturausschusses. Dem Entdeckerdrang seiner Zuhörer indes tut dies keinen Abbruch. Immer wieder scheren einige aus der Gruppe aus, um einen Blick in entlegene Winkel des Schlosses mit seiner wechselvollen Geschichte vom Fürstensitz bis zum Schul-Internat zu werfen.

Der Andrang zu den Schloss-Führungen war übrigens so groß, dass diese bereits eine Stunde früher als ursprünglich geplant und noch während des Konzertes des schwedischen Polizeiorchesters aus Trelleborg beginnen mussten. Eine lange Warteschlange hatte sich bereits unmittelbar nach Beginn der Veranstaltung am Eingangsportal gebildet. Pralle Sonne – egal. Lange Wartezeiten – auch egal. Schließlich gibt es so eine Möglichkeit zur Besichtigung eines Schlosses, das jahrzehntelang im Dornröschenschlaf lag, nicht allzu oft. Und das soll wohl auch so bleiben. „Wenn dann machen wir so etwas nur einmal im Jahr. Wichtig ist doch zu sehen, dass die Bürger großes Interesse an ihrem Schloss zeigen. Das bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Ulrich Howest. Befürchtungen, dass sich in der Münzstadt künftig alles nur noch um das Schloss dreht, teilt der Bürgermeister nicht: „Dafür wird kein Geld umgeschichtet. Das Schloss wird saniert, wenn dafür Mittel frei sind. Wenn die Sanierung am Ende zwei Jahre länger dauert, dann ist das eben so.“

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