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Finanzmittel zum Umbau reichen nicht aus : Gadebusch: Traum vom Sportlerheim geplatzt

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Der Traum von einem sanierten und teilweise neu ausgebauten Sportlerheim der TSG Gadebusch wird sich in diesem Jahr nicht erfüllen. Die Sportgemeinschaft gab die bereits bewilligten Fördergelder zurück.

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 06:35 Uhr

Gadebusch | Der Traum von einem sanierten und teilweise neu ausgebauten Sportlerheim der TSG Gadebusch wird sich in diesem Jahr nicht erfüllen. Die Sportgemeinschaft gab die bereits bewilligten Fördergelder in Höhe von 82 000 Euro an die Arbeitsgruppe Mecklenburger Schaalseeregion zurück. Zirka 122 000 Euro waren insgesamt für die Erneuerung der Umkleideräume und Sanitäranlagen auf dem Sportgelände eingeplant gewesen. Am Volkspark bleibt jetzt alles beim Alten.

"Das ist mehr als bedauerlich", sagt Bauamtsleiterin Rommy Elßner. Nach vier Jahren Vorbereitung rutscht Gadebusch mit seiner TSG sehr wahrscheinlich erneut auf die Warteliste für investive Maßnahmen. Nach Informationen der Stadt war ein unzureichender finanzieller Spielraum der Auslöser dafür, das Projekt zurückzustellen. "Das, obwohl die Kommune ihre Zusagen in Höhe von rund 50 000 Euro aufrecht erhalten hat", so Elßner vor dem Bauausschuss der Stadt Gadebusch. Nach erfolgter EU-Fördermittelzusage durch die Leader Aktionsgruppe Mecklenburger Schaalseeregion Ende vergangenen Jahres, war ursprünglich für April der Baustart vorgesehen. Warum kein Spatenstich erfolgte, kann die Stadt im Detail nicht ergründen: "Wir wissen nicht, ob die Sportgemeinschaft rechtzeitig ausreichende Angebote seit Oktober 2012 eingeholt hat", sagt Elßner. Die Hilfestellung für den Verein sei vorhanden gewesen.

Rolf Lemcke, 1. Vorsitzender der TSG, bestätigte auf Anfrage der SVZ den Rückzug und bezeichnete die Entwicklung als "sehr bedauerlich" und: "Es macht mich traurig". Letztlich sei das Projekt an der Verkettung unglücklicher Umstände gescheitert. Am Ende reichte die sechsstellige Summe nicht zum Umbau der Baracke als Sanitär und Umkleideraum aus. "Dem Verein fehlten rund 16 000 Euro zur Realisierung des Bauvorhabens", sagt Lemcke. Bis zum vorgeschriebenen Abrechnungstag im Oktober 2013 war weder das Geld aufzubringen noch die Baumaßnahme zu realisieren.

Die Unterdeckung des Projektes resultiert aus den für die Planung verwendeten Baupreisen aus dem Jahr 2008 und den mittlerweile stark gestiegenen Preisen am Markt. "Sicherlich hätten wir die Preise besser prüfen müssen und uns nicht allein auf regionale Unternehmen konzentrieren dürfen", sagt Lemcke. Aber jedem müsse klar sein, dass ein Verein wie die TSG auf ehrenamtlicher Basis arbeitet. Das beinhalte ebenso die Vorbereitung solch eines Bauvorhabens.

Bereits 2008 starteten die TSG-Sportler mit der Planung zum Umbau. Erstellten ein Konzept und fertigten genehmigungsfähige Bauzeichnungen. "2012 kam die Bewilligung der Finanzmittel von der Aktionsgruppe. Das Landesförderinstitut teilte daraufhin mit, dass wir die Baumaßnahme mit Rampen und umfassend nutzbaren Sanitäreinrichtungen behindertengerecht ausführen müssen", so Lemcke. Folglich verteuerte sich gegenüber der ursprünglichen Planung das Projekt um 8000 Euro. Letztlich habe auch der lange Winter seinen Preis, so waren angesichts des schmalen Budgets keine regionalen Baufirmen einsatzbereit. "Ich wünsche mir, dass die Stadt an ihren Zusagen festhält und wir das Projekt erneut anpacken", sagt TSG-Vorsitzender Rolf Lemcke.

Madeleine Kusche von der Leader Aktionsgruppe mit Sitz in Rehna kann heute nicht versprechen, ob Gadebusch jemals wieder die Chance auf solch eine Förderung zur Vereinsarbeit erhält. "Die Förderperiode endet in 2013 und wir wissen nicht, in welcher Höhe Fördermittel in Zukunft bereitstehen", so Kusche. Durch den Rückzug von Gadebusch profitieren jetzt die Sportgemeinschaft Carlow und die Gemeinde Perlin. Somit errichtet sich die Gemeinde Carlow mit ihrem Sportverein ein Vereinshaus am Sportplatz. Förderung: 41 000 Euro. Ziel ist die Verbesserung der Bedingungen zur Durchführung von Schulsport- und Vereins-Sportveranstaltungen. Rund 46 000 Euro gehen im August und September nach Perlin. "Dort wird nun die komplette Sanierung der Parkteiche möglich", so Kusche.

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