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Ungewöhnliche Aktion : Gadebusch liegen die Taler zu Füßen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hubert Metzger wirbt mit Klebemünzen für die Münzstadt und deren Aktionen

von
erstellt am 20.Mai.2017 | 05:00 Uhr

Die Münzstadt an der Radegast ist gemessen an der historischen Bausubstanz steinreich. Darüber hinaus funkeln mitten im Zentrum sogar die Taler auf städtischem Boden, liegt das Geld augenscheinlich auf der Straße. Historische Münzen versteht sich. Im richtigen Licht gesehen, entwickelt sich nicht selten nach dem Licht- ein Bückreflex. „Ich finde es einfach nur schön, wenn die Menschen stehen bleiben, um die Gegebenheiten zu untersuchen“, sagt und freut sich Hubert Metzger.

Der Wahl-Gadebuscher hat mehr als 400 Taler auf selbstklebender Silberfolie im gesamten Stadtgebiet unter die Leute, auf Gehwegen und vor Hauseingängen gebracht. „Einige begrüßen die Aktion, andere verweisen deutlich auf die Grundstücksgrenzen“ erzählt er. Im Ergebnis bleibt festzuhalten: Den Gadebuschern liegt ihr Reichtum zu Füßen und sie beschäftigen sich mit der glanzvollen Geschichte ihrer Heimatstadt. Diese steht im Reformationsjahr mit der Prägung des Mecklenburger Reformationstalers im Jahr 1549 in einem ganz besonderen Licht. „Bei solch einem Anlass muss man etwas machen“, sagt Metzger.

Der Fotograf greift zur Kamera, reproduziert eine der erhältlichen Silbernachprägungen und lässt in einer 1000er-Auflage die glitzernden Aufkleber drucken. Seither finden sich bei seinen Spaziergängen immer eine handvoll Taler auf Silberfolie in der Hosentasche. Publikumswirksam wie vor der Kirche, der Sparkasse, Kneipen und Gaststätten, Baumärkten und Geschäften werden sie angebracht.

Hier und da sind einige Taler bereits verschwunden, versuchten Spaziergänger sie sogar von der Oberfläche zu lösen. „Die Münzgeschichte erhält auf diese Weise derart viel Aufmerksamkeit, wie wir uns das nur wünschen können“, sagt Metzger. Was wolle man mehr, als die Taler unter die Menschen in Gadebusch zu bringen.

Ein Taler für jeden – solch ein Projekt ließe sich in Gadebusch durchaus verwirklichen. Obendrauf wird die Werbetrommel zur Münzgeschichte und Eröffnung der anstehenden Ausstellung über die Reformation und dem Mecklenburger Reformationstaler in der Kirche zum Selbstläufer. Eine Geschichte um Geld, Politik, Menschen, Glauben und neuen Wegen in die Zukunft.

Die Münzstadt Gadebusch ist reich, in jedem Fall reich an Ideen. Diese lassen sich mit Sicherheit hier und da durch Aufmerksamkeit, neuen Besuchern und reichlich Eigeninitiative versilbern.

 

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