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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 14:56 Uhr

jubiläum : Gadebusch feiert Fest der Posaunen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Blechbläser begehen am Sonntag ab 14 Uhr ihr 110-jähriges Bestehen. Konzert beginnt um 16.30 Uhr in der Stadtkirche

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 23:30 Uhr

Blechblasinstrumente sind Heinz Dangeleits große Leidenschaft. Besonders, wenn diese über eine gewisse Größe und Eigengewicht verfügen, wie sein „Helikon“, von ihm auch liebevoll Leonore genannt. „Hierbei handelt es sich um ein wunderbares Instrument aus dem Jahre 1912. Gefertigt wurde das Meisterstück für die Kavallerie in einer Berliner Werkstatt“, sagt der 80-Jährige. Es ist ähnlich groß wie eine Tuba. Mit einem Unterschied: Der Musiker steigt zum Tragen hinein und schultert den großen Trichter.

Die Reiterei ist längst Geschichte. Das Blechblasinstrument von Dangeleit hat mit 103 Jahren die Wirren der Zeit gut überstanden. Vor Jahrzehnten landete es im Besitz des Schweriners, der es mit Ausdauer spielt. Der Musiker ist langjähriges Mitglied im Posaunenchor Gadebusch.

Solch ein Engagement begeistert Kantorin Annette Burmeister, denn die Gadebuscher haben allen Grund zur Freude: „Am Wochenende feiern wir das 110-jährige Bestehen des Posaunenchores“. Für das Musikprogramm studieren an die zehn Bläser und Mitwirkende wöchentlich verschiedenste Stücke ein.

Heinz Dangeleit und sein auf Hochglanz poliertes Instrument dürfen dabei nicht fehlen. Über Monate habe er das Messinginstrument poliert. „Das war furchtbar“, sagt er und lacht. Wenig atmet er tief ein und stimmt an der Seite von Torsten Kraul, Reinhard Lappann, Marlen Burmeister, Gerold Hubert und Burkhard Weber in das Eröffnungsstück am Probenabend in der Gadebuscher Stadtkirche mit ein.

Auch Gerold Hubert musiziert seit 1970 im Posaunenchor: „Meine Eltern wünschten sich, dass ich ein Instrument erlerne. Seither spiele ich ein Tenorhorn“, sagt der Roggendorfer, der erste Noten und Griffe von Marlen Burmeister beigebracht bekam. Die ehemalige Kirchenmusikerin übernahm 1969 den Roggendorfer Posaunenchor. „1992 ging es nach Gadebusch“, erzählt sie. Heute dirigiert Tochter Annette Burmeister den Chor, auch wenn die Gadebuscherin selbst keine Posaune spielt.

All das, was Musik in der Kirche vermag, möchte sie mit dem Posaunenchor am Sonntag präsentieren. Dem Anblasen um 14 Uhr folgt der plattdeutsche Gottesdienst mit Christian Voß. Kaffee, Kuchen und Gegrilltes dürfen am Festtag nicht fehlen, meint Burmeister, bevor um 16.30 Uhr der Gadebuscher Posaunenchor mit Musik der Renaissance, zeitgenössischer Musik sowie Rock und Soul an den Gründungstag im Jahr 1905 erinnert. Welcher Tag das genau war, darauf legt sich niemand so recht fest. Oder vielleicht doch? Heinz Dangeleit greift zur handgeschriebenen Chronik, studiert die alte Sütterlinschrift. „Ein Datum steht hier nicht, aber etwas von einer Initiative, die vom Jünglingverein mit seinen damals 40 Mitgliedern ausging“, so Dangeleit.

An Initiativen mangelt es für Kantorin Burmeister auch heute nicht. Dabei spiele Bläsermusik eine zentrale Rolle: „Es ist Musik, die Hoffnung gibt, Trost spendet, auch für Menschen, die mit kirchlicher Musik eher wenig anfangen können.“

Ein komplettes Konzert gibt es am morgigen Sonntag um 16.30 Uhr in der Stadtkirche von Gadebusch.

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