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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 01:32 Uhr

Studie : Gadebusch droht der Aderlass

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die 5500-Einwohner-Stadt könnte laut einer Studie 14 Prozent der Bevölkerung bis zum Jahr 2030 verlieren

von
erstellt am 22.Jul.2015 | 23:48 Uhr

Geschlossene Kitas, geschlossene Jugendclubs, geschlossene Schulen? Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung droht der Stadt Gadebusch ein massiver Bevölkerungsschwund. Demnach soll die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2030 um 14 Prozent sinken. Mehr noch: Immer weniger junge Leute könnten demnach in der Münzstadt leben, während die Zahl der über 65-Jährigen steigt.

Sollte diese Prognose eintreten, könnte dies zum Teil dramatische Folgen haben – auch in finanzieller Hinsicht. Denn pro Jahr erhält eine Kommune wie Gadebusch Schlüsselzuweisungen des Landes pro Einwohner von derzeit 920 Euro. „Es würde aber nicht nur die Summe der Schlüsselzuweisungen zurückgehen. Kommunen würden auch einen erheblichen Anteil an der Einkommens- und Umsatzsteuer verlieren“, sagt der Gadebuscher Hauptamtsleiter Matthias Jankowski.

Um weitere Folgen abzuschätzen, muss man kein Prophet sein. So befürchtet Bürgermeister Ulrich Howest Einschnitte im sozialen Bereich. „Unsere Kitas, unsere Schulen würden nicht mehr komplett ausgelastet sein. Dann passiert Ähnliches wie in Vorpommern: Wir müssten über Schließung reden. Derzeit ist es zum Glück umgekehrt. Wir können unsere Kindereintichtung zu 100 Prozent auslasten. Und auch die Schule ist sehr gut belegt“, so Howest. Nach seiner Einschätzung ist eine Prognose über einen Zeitraum von 15 Jahren allerdings gewagt. „Wer hätte denn 1980 gedacht, dass 1989 die Mauer fallen würde?“, so Howest.

Damit junge Familien Gadebusch nicht den Rücken kehren, versucht die Stadt seit Jahren gegenzusteuern. Sie investierte Millionen in den Neubau und die Sanierung von Kitas und Schulen. Sie ebnete den Weg für neue Baugrundstücke und will mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 200 Prozent Firmen in die einstige Kreisstadt locken, in der aktuell 5539 Einwohner leben.

Mit einem noch dramatischeren Einwohnerschwund bis 2030 haben laut Studie der Bertelsmann Stiftung Kommunen in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und der Mecklenburgischen Seenplatte zu rechnen. Demnach müsste Strasburg (Uckermark) einen Rückgang von 25,9 Prozent und Malchin von 24,1 Prozent verkraften. Kein Wunder, dass Demografie-Experten wie Prof. Bernd Raffelhübschen davor warnen, dass sich MV auf leere Landstriche einstellen muss.

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