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Menschen aus MV : Gadebusch: „Arm an Wohnraum“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ausstellung im Museum: Die Geschichten von zehn Wohnungslosen aus Mecklenburg-Vorpommern

von
erstellt am 07.Jul.2016 | 21:41 Uhr

Keine Wohnung, kaum Perspektiven, fehlende Sozialkontakte: Was bewegt Menschen, für die nicht einmal wesentliche Bausteine des menschlichen Miteinanders selbstverständlich sind? Christian Schindel aus Schwerin ist dieser und weiteren Fragen in seiner Ausstellung „Arm an Wohnraum“ nachgegangen, die in der Museumsanlage bis zum 16. Oktober zu sehen ist.

Schindel ist Sozialarbeiter bei der Arbeiterwohlfahrt in Schwerin und kam bei seinem Job der Wohnungslosenhilfe in Hagenow in Kontakt mit betroffenen Frauen und Männern. Ein Kontakt, der die gesellschaftlichen Probleme im Alltag auch bei Behördengängen quasi ans Tageslicht förderte. Daraus entwickelte sich der Wunsch nach einer öffentlichen Auseinandersetzung – ein Aufschrei. „Mich störten die Rektionen der Menschen, die den Betroffenen mit Vorurteilen gegenüber standen“, sagt der Sozialarbeiter.

Schindel war unterwegs und fand in ganz Mecklenburg-Vorpommern Gesprächspartner, die ihm seine Fragen nach Träumen, der persönlichen Geschichte, ihren Hobbys und dem Sinn des Lebens beantworteten. Einige ließen sich fotografieren, andere nicht. Letztlich gehöre viel Mut dazu, sich mit seiner ganz persönlichen Geschichte öffentlich zu zeigen, betont er. „Diese zehn Tafeln mit Geschichten von Menschen stehen stellvertretend für die wohnungslosen Menschen in unserem Land“, sagt Schindel. Die Frauen und Männer kommen unter anderem aus Rostock, Hagenow, Neubrandenburg. Ihre Wege sind ähnlich, erzählen vom Scheitern, wenn die Frau wegläuft, Mann oder Frau den Job verliert, die sozialen Kontakte wegbrechen.

In der Kombination von Text und Bild gibt Christian Schindel jedem Einzelschicksal ein Gesicht. „Mein Anliegen besteht darin, dass sich möglichst viele Menschen die Ausstellung anschauen, sich in die Lage der Betroffenen hineinversetzen“, sagt er. So seien die Betroffenen zwar arm an Wohnraum, ab reich an Träumen. Die reichen von einem schönen Leben mit einer Frau, in Familie, mit einem 1-Euro-Job oder „einem Leben, wo sich alles auf die Reihe kriegen lässt“.

 

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