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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 14:08 Uhr

Fußball-Fans geraten ins Abseits

vom

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 06:24 Uhr

Gadebusch | Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen vor Ort, die TSG Gadebusch hatte vorsichtshalber einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt - am Wochenende war Dynamo Schwerin zu Gast in Gadebusch. Vor dem Spiel hatte es Gerüchte gegeben, die Fans aus der Landeshauptstadt wollten den Herbstmarkt in der Münzprägestadt stürmen. So sorgten die TSG Gadebusch und die Polizei vor (SVZ berichtete). Diesmal blieb es ruhig, doch vor anderthalb Wochen war ein Spiel der A-Jugend beider Mannschaften aus dem Ruder gelaufen.

Fünf Minuten vor der Halbzeit sei der erste Fan aus der Dynamo-Kurve auf Eltern der Gadebuscher Spieler zugegangen und hätte sie beleidigt, sagt TSG-Trainer der A-Jugend. Die Situation schaukelte sich auf, irgendwann die erste Drohung: "Hier stirbt heute noch jemand", sei zu hören gewesen. Die Halbzeit kommt, doch Ruhe geben die Dynamo-Anhänger nicht. Immer weiter pöbeln sie rum, beleidigen und bedrohen nun auch Spieler auf dem Platz. "In einer ruhigen Minute habe ich dann die Polizei gerufen", sagt der TSG-Trainer. Die sei kurze Zeit später da gewesen und auch bis zum Abpfiff geblieben. Wie notwendig das ganz offenbar war, zeigte sich schnell. Nach dem Abpfiff werden die TSG-Spieler auf dem Weg zur Kabine erneut von Dynamo-Anhängern angegangen. Ohne zu duschen, verlassen die fluchtartig das Gelände, eskortiert von der Polizei. "Ja," sagt der Trainer, "ich hatte Angst."

Die TSG fordert nun Konsequenzen. "Die Verantwortlichen müssen auf wachen", sagt Rolf Lemcke, Vorsitzender des Vereins. Solche Tendenzen könnten nicht toleriert werden.

Joachim Masuch, Präsident des Landesfußballverbandes, zeigte sich erstaunt von dem Vorfall in der Nachwuchsliga. Er nehme das zur Kenntnis und wolle dies nun prüfen. Die Anhänger von Dynamo Schwerin fallen nicht zum ersten Mal negativ auf. Die Polizei in Schwerin schätzt die Fanschaft als sehr reisefreudig ein. Daher seien bei Auswärtsspielen oft viele Fans dabei. "Durch den starken Alkoholkonsum vereinzelter Anhänger kommt es auch gelegentlich zu Störaktionen." In Schwerin beobachte man die Vorkommnisse sehr aufmerksam, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums. Es sei aber nicht zu bestreiten, dass die Gewalt im Fußball auch die unteren Ligen erreicht habe.

Im Juni hatte es wegen einer Gedenkminute für einen Anhänger von Dynamo Schwerin Ärger gegeben. Der 39-Jährige war in der rechten Szene aktiv und hatte Kontakte zu einem Motorradclub, den die Polizei der organisierten Kriminalität zurechnet. Die TSG hatte sich an der Schweigeminute beteiligt und dafür viel Kritik einstecken müssen.

Bei Dynamo Schwerin war gestern niemand zu erreichen.

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