Gadebusch : Für drei Jahre Pastor auf Probe

Pastor Christian Schnepf freut sich auf die anstehenden Jahre in seiner neuen Kirchgemeinde.
Pastor Christian Schnepf freut sich auf die anstehenden Jahre in seiner neuen Kirchgemeinde.

Interview mit Christian Schnepf, dem neuen Mann Gottes für die Kirchgemeinden Gadebusch, Groß Salitz und Roggendorf

svz.de von
07. Februar 2018, 05:00 Uhr

Der erste Arbeitstag von Christian Schnepf, dem neuen Pastor für die evangelische verbundene Kirchgemeinde Gadebusch, Roggendorf und Groß Salitz und einer seiner ersten Termine führt den Mann Gottes zur SVZ-Lokalredaktion nach Gadebusch. Tore Degenkolbe traf sich mit dem 35-Jährigen zum Interview.

Willkommen in Gadebusch! Ihre wievielte Station als Pastor ist die Münzstadt?

Christian Schnepf: Es ist tatsächlich die erste, die ich als Pastor selbst betreue. Bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres war ich noch im Vikariat – das ist die praktische Vorbereitung auf das Pastorenamt. Jetzt bin ich für drei Jahre Pastor auf Probe, dann entscheiden der Probst und die Gemeinde, ob ich tauglich bin.

Wie gestaltete sich Ihr Lebensweg bis zu diesem Punkt?
Meinen ersten Kontakt mit der Kirche, der mich sehr geprägt hat, war der Konfirmationsunterricht. Meine Familie, eine Handwerkerfamilie in Malchin, war der Kirche aber schon sehr verbunden – selbst zu DDR-Zeiten. Ich habe mich auch während meiner Ausbildung zum Elektriker mehr für den Glauben als für die Technik interessiert. Ich dachte mir damals: Irgendetwas musst du ja beruflich machen. Nach meinem Zivildienst im Schweriner Dom stand meine Entscheidung dann aber fest: Ich wollte Theologie studieren. Dass ich Pastor werden würde, war damals noch gar nicht geplant. Es wurde mit der Zeit aber immer deutlicher. Mein Studium in Rostock habe ich 2006 begonnen, in den folgenden Jahren habe ich ein Auslandsstudium in Nottingham in England absolviert, ein Vikariat in Bargteheide und zuletzt ein Auslandsvikariat in Kopenhagen gemacht.

Geleitet hat mich über die ganze Zeit eigentlich immer mein Konfirmationsspruch, Psalm 36 Vers 10: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.“ Ich möchte von diesem Licht aus arbeiten und mich immer wieder darauf beziehen.

Wie sehen Sie eine moderne Kirche?
Ich verstehe mich zum Beispiel nicht als Pastor für nur jene, die ihre Kirchensteuer zahlen. Ich will für alle Menschen da sein, die in der Region leben. Ich selbst habe mir das Ziel gesetzt, den Glauben voll zu leben. Also nicht nur in den Predigten davon zu sprechen, sondern ihn jeden Tag aufs neue zu zeigen. Dass immer weniger Leute zur Kirche gehen, hat sicherlich mit Demografie zu tun, dennoch möchte ich als Pastor eine Sprache finden, die von allen verstanden wird. Denn der Leitgedanke der Bibel ist nach wie vor aktuell und spricht uns täglich an: Nächstenliebe. Statt theologischen Floskeln möchte ich, dass die Menschen die Aktualität verstehen. Es wäre schön, wenn in meinen Predigten rüberkommt, wie reich uns das macht, was geschrieben steht. Die zentrale Botschaft lautet: Gott ist da! Selbst im Leid.

Das Verständnis möchte ich mit Offenheit erreichen. Auch wenn Gott immer wieder ins Spiel zu bringen nicht immer leicht fallen mag.

Worauf freuen Sie sich in Gadebusch?

Was mir unbedingt am Herzen liegt, ist die Menschen in Gadebusch, Groß Salitz und Roggendorf kennenzulernen. Ich freue mich, dass ich nach Gadebusch entsandt worden bin. Dafür, dass die Stelle des Pastors über ein Jahr lang vakant war, ist hier sehr viel Leben in der Gemeinde. Die Leute hier sind wirklich engagiert.

Und ich habe die beste Adresse hier im Ort: Platz der Freiheit 1. Viel besser geht es nicht. Denn mein Credo ist, die Kirche als einen Ort der Freiheit anzunehmen und zu wissen, dass Gott mich nimmt, wie ich bin.

Nun freue ich mich auf meine Ordination am 18. Februar um 15 Uhr in der Stadtkirche Gadebusch.

Was machen Sie, wenn Sie nicht auf der Kanzel stehen?

In meinem Hobby dreht sich alles ums Wasser. Segeln, paddeln, schwimmen. Außerdem verreise ich gerne, lerne andere Kulturen kennen. Richtig gut entspannen kann ich aber auch am Strand der Ostsee, wenn die Sonne scheint.

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