Gesundheitsmobil : Für die Menschen auf Achse

Freuen sich über mehr Zulauf beim Gesundheitsmobil: Kati Kröning (l.) und Ilona Scheufler
Freuen sich über mehr Zulauf beim Gesundheitsmobil: Kati Kröning (l.) und Ilona Scheufler

Mit neuen Touren und neuen Angeboten möchte der Landkreis mit seinem Gesundheitsmobil künftig mehr Leute erreichen

svz.de von
28. März 2014, 00:14 Uhr

Bei der ersten Station an diesem Morgen kommt niemand an den weißen Transporter, der auf dem Parkplatz vor dem Lützower Verwaltungsgebäude steht. Niemand, der sich beraten lassen möchte, niemand, der eine der vielen Broschüren mitnehmen möchte, die das Team vom Gesundheitsamt des Landkreises am Gesundheitsmobil bereit hält. Eine junge Frau mit Kinderwagen eilt vorbei, vom Gesundheitsmobil, sagt sie, habe sie noch nie etwas gehört.

Es sei, sagt Ilona Scheufler, beim Fachdienst öffentlicher Gesundheitsdienst des Landkreises zuständig für Gesundheitsförderung und Prävention, sehr schwierig, die Menschen mit dem Gesundheitsmobil zu erreichen. Seit 2012 ist das Gesundheitsmobil des Landkreises regelmäßig auf festen Routen unterwegs, an Standorten in Gemeinden beraten die Mitarbeiter zu ganz verschiedenen Gesundheits-Themen. Über 600 Menschen nutzten das Angebot im vergangenen Jahr.

Viele, hat Ilona Scheufler erfahren, hätten Angst, sich an die Berater des Gesundheitsamtes zu wenden. „Sie haben Hemmungen, sich mit ihren Problemen an uns als Gesundheitsamt zu richten. Andere fürchten – gerade in kleinen Dörfern – was man über sie sagen könnte, wenn man sieht, dass sie zum Gesundheitsmobil gehen“, hat auch Kati Kröning beobachtet. Die Studentin der Gesundheitswissenschaften absolviert ihr Praxissemester beim Fachdienst Gesundheit des Landkreises.

Dabei will das Angebot eigentlich nur eins: Als Gesundheitsamt in den Gemeinden präsent sein; zu Menschen kommen, die sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht direkt an das Gesundheitsamt in Wismar wenden können oder möchten; und Ansprechpartner sein. „Die Menschen sollen wissen, dass sie ihre Probleme eben nicht mit sich ausmachen müssen“, sagt Kati Kröning.

Um mehr Menschen mit dem Gesundheitsmobil zu erreichen, hat der Landkreis sein Angebot nun noch einmal neu aufgestellt. „Wir haben beispielsweise die Touren geändert. Mit Gemeinden wie Grambow oder Badow fahren wir jetzt soweit südlich wie vorher noch nie.“ Zudem gibt es – neben der allgemeinen Präventionssprechstunde und einer Tour in Kooperation mit dem Wismarer Sana-Klinikum – nun ein Gedächtnistraining, eine Elternberatung und eine Hebammensprechstunde für Schwangere und junge Eltern mit Babys.

Vorwiegend, sagt Ilona Scheufler, seien sie beratend tätig, Blutdruck- oder Blutzuckermessen könnten sie im Gesundheitsmobil durchführen. Doch die Hilfestellung durch die Mitarbeiter des Fachdienstes Gesundheit endet nicht am jeweiligen Standort des Gesundheitsmobils. „Wir können selbstverständlich auch Kontakte zu Ansprechpartnern vermitteln und die Anliegen der Menschen mit ins Amt nehmen, um sie dort klären zu können. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit.“

Den Mitarbeitern des Gesundheitsmobils liegt viel daran, ihr Angebot für die Menschen in den Gemeinden weiter zu verbessern. „Wir sind für verschiedene Ideen offen. Denkbar sind beispielsweise Veranstaltungen bei Gruppen, die uns einladen, wie kürzlich die Volkssolidarität in Lützow. Es wäre auch schön, auf unseren Routen mit lokalen Gruppen zusammen zu arbeiten, die gemeinsam mit uns informieren. Und wir freuen uns auch, wenn Bürger Wünsche äußern“, sagt Ilona Scheufler, bevor das Gesundheitsmobil seine Tour nach Brüsewitz, Grambow und Badow fortsetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen