Schönberg : Für die Jugend auf die Straße

In Schönberg, Lüdersdorf und Selmsdorf ist Laura Baier in Zukunft Ansprechpartnerin für die Jugend.
In Schönberg, Lüdersdorf und Selmsdorf ist Laura Baier in Zukunft Ansprechpartnerin für die Jugend.

Sozialarbeiterin Laura Baier startet in die Arbeit.

svz.de von
09. März 2018, 08:00 Uhr

Laura Baier fällt mit ihrem im Sonnenlicht leicht lila schimmernden Haar sofort ins Auge. Schon bei der ersten Begrüßung lächelte sie einnehmend freundlich – gute Voraussetzungen für die Stelle, die sie seit nun einem Monat innehat. Laura Baier ist die frisch gebackene Streetworkerin für die Gemeinden Lüdersdorf und Selmsdorf sowie die Stadt Schönberg. Bei dem Pilotprojekt wollen sich die Gemeinden gezielt an Jugendliche wenden, die sich in keinem Jugendclub oder Verein engagieren und die ihre Freizeit oft auf der Straße verbringen.

„Streetworker bedeutet, dass man Sozialarbeiter ist, aber zu den Jugendlichen fährt. Der vermutlich größte Unterschied zwischen stationärer Arbeit und Streetwork ist aber wohl der Anspruch an hohe Flexibilität“, sagt die 24-Jährige. Das markanteste Merkmal bleibt aber die Arbeit an den Orten, wo die Jugendlichen sich treffen. „Man arbeitet eigentlich den ganzen Tag draußen auf der Straße – bei Wind und Wetter“, beschreibt Laura Baier.

Häufige Treffpunkte wären beispielsweise Spielplätze, erklärt die Sozialarbeiterin. Dort will sie, sobald ihr Auto für die neu geschaffene Stelle fertig ausgestattet ist, an die Jugendlichen herantreten. „Ich möchte versuchen, sie dann für Themen und Projekte zu begeistern und Freizeitgestaltung mit Sinn anbieten.“

Die Basis dafür ist Vertrauen. Darum brauche es auch Zeit, um die Heranwachsenden zu erreichen. „Da kann man nicht hin, aussteigen und gleich etwas anregen“, erklärt die Wismarerin. Gemeinsame Ausflüge zum Beispiel zum Kino oder zum Klettern, sollen den Grundstein für zukünftige Gespräche auf ehrlichem Niveau legen. „Man ist weder ein Elternteil noch eine Lehrkraft, die Jugendlichen können – bei entsprechendem Vertrauen – zu mir kommen und ganz frei mit mir sprechen“, sagt die Sozialarbeiterin.

Laura Baier selbst kennt die Problematik, der die Jugendlichen sich ausgesetzt sehen. „Ich komme aus dem ländlichen Raum in Thüringen, da gab es keine Jugendarbeit.“ Übrigens entwickelte sich der Wunsch, Streetworkerin zu werden, erst mit der Zeit. „Eigentlich wollte ich Friseurin werden, hatte die Ausbildung schon angefangen. Dann habe ich mich doch für das Studium der Sozialen Arbeit in Jena beworben und bin nun durch den Internationalen Bund hier gelandet.“

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