Stiftung : Für Bildung in die Luft gehen

34  000 Kindern in Entwicklungsländern ermöglichte die Stiftung von Reiner Meutsch bereits den Schulbesuch.
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34 000 Kindern in Entwicklungsländern ermöglichte die Stiftung von Reiner Meutsch bereits den Schulbesuch.

Stiftung flog Einheimische und Gäste über die Hansestadt Wismar / Erlös fließt in den Bau von Schulen in Entwicklungsländern

svz.de von
04. September 2015, 23:39 Uhr

Welterbe-, Hanse-, Hafenstadt. Kreuzfahrtstopp, Städtetrip, Familienurlaub. Es gibt viele Gründe, Wismar zu besuchen. Reiner Meutsch hatte einen ganz besonderen. Der 60-Jährige ließ Einheimische und Besucher mit einem Helikopter in die Luft gehen, um mit dem Erlös Kindern in Entwicklungsländern Schulbildung zu ermöglichen.

„Während einer Weltumrundung mit einem kleinen Sportflugzeug habe ich im Jahr 2010 vor allem in Afrika viel Elend gesehen und dass viele Länder sich nicht um Bildung kümmern“, sagt der ehemalige Geschäftsführer eines großen deutschen Reiseveranstalters. Als solcher sei er viel gereist und erkannte, dass viele Traumreiseziele für die Einheimischen alles andere als traumhaft sind. Erstmals unterstützt er während der Weltumrundung Bildungsprojekte für Kinder. Denn: keine Bildung, keine Perspektive, keine Zukunft.

Ruanda, Indien, Java, Brasilien, Äthiopien – 88 Schulen hat der Vorstandsvorsitzende der „Reiner Meutsch Stiftung Fly & Help“ mit seinem Team bereits aus dem Boden gestampft und so 34  000 Kindern in 21 Ländern den Zugang zu Bildung ermöglicht. „Mein Lebensziel ist es, 100 Schulen zu errichten. Gut möglich, dass wir das bereits im kommenden Jahr schaffen“, sagt Reiner Meutsch.

Gebaut werden die Schulen nach deutschen Strukturen, UNO-Normen und Baumaterial aus den jeweiligen Ländern. Die Lehrer werden vom Staat bezahlt. 50  000 Euro koste jede Schule, die bis zu 500 Kinder aufnehmen kann. Möbel, Tafel, Schulkleidung und das Schulgeld von etwa sechs Euro pro Kind und Jahr inklusive.

Finanziert werden die Schulbauten unter anderem durch Rundflüge, die die Stiftung Interessierten über deutschen Städten und Regionen anbietet. 50 Euro für zehn Minuten. 20 Prozent fließen davon direkt in die Schulen. Mit dem Erlös der Aktion aus dem Jahr 2015 sollen eine Schule in Afrika und eine in Asien finanziert werden, das Auswahlverfahren laufe noch. „Jedes Kind, das in einer unserer Schulen lernt, hat die Chance, in seinem Heimatland einmal Präsident zu werden und so die mit vielen regionalen Problemen beladene Karre selbst aus dem Dreck zu ziehen“, sagt Reiner Meutsch. Dies sei allemal besser, als wenn sie ihre Heimat zuerst verlassen, dann auch noch verlieren und irgendwo anders, wo sie dann noch nicht einmal willkommen seien, ihr Glück versuchen.

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