TED-Umfrage : Führerscheintest statt Fahrverbot für Senioren

Auf ihre Mobilität wollen Senioren nicht verzichten. Fahrlehrer können älteren Menschen auf bestimmte Verkehrssituationen einstellen und über Rechtsänderungen informieren.
Auf ihre Mobilität wollen Senioren nicht verzichten. Fahrlehrer können älteren Menschen auf bestimmte Verkehrssituationen einstellen und über Rechtsänderungen informieren.

Fahrlehrer bieten schon jetzt ein spezielles Programm für Ältere an

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10. Juni 2015, 23:21 Uhr

Klares Votum: In einer TED-Umfrage haben sich 94 Prozent der teilnehmenden SVZ-Leser gegen ein Fahrverbot für Senioren ausgesprochen. Lediglich sechs Prozent stimmten für ein Fahrverbot.

Das Ergebnis ist für SVZ-Leser Wolfgang Skupin keine Überraschung. Auch er lehnt als 76-Jähriger ein Fahrverbot für Senioren ab. „Ich bin der Ansicht, dass kein generelles Verbot her sollte, sondern eine solche Entscheidung nur nach Absprache mit den Ärzten und den Familien individuell getroffen werden sollte“, so der Ganzower. Er verweist zudem auf die möglichen Folgen eines solchen Verbotes für die ältere Genration: Dann werde es für sie noch schwieriger, Einkaufsmöglichkeiten zu erreichen. Nur in den wenigsten Orten gebe es heute noch Dorfläden. Und wie sollen Senioren ohne Auto Freunde und Verwandte besuchen können?

Das Thema will die Landesverkehrswacht künftig stärker in den Fokus rücken. „Denn die Lebenserwartung steigt weiter, die Bevölkerung wird älter und ab einem gewissen Punkt lässt bei jedem die Fahrtüchtigkeit nach“, sagt Hans-Joachim Hacker, Präsident der Landesverkehrswacht.

Auch wenn die TED-Umfrage zu einem klaren Nein beim Thema Fahrverbot führte, so stehen viele SVZ-Leser einem möglichen Führerscheintest für Senioren wesentlich offener gegenüber. So fordern 81,4 Prozent unserer Online-Nutzer in einer zweiten Umfrage: „Her mit dem Test für ältere Autofahrer.“ Brüssel empfiehlt schon seit sieben Jahren seinen Mitgliedsstaaten, ältere Autofahrer regelmäßig zu überprüfen.

Mit der CDU-Landtagsfraktion ist so etwas nicht zu machen. „Ältere Autofahrer regelmäßig einem Generalverdacht auszusetzen, geht an der Realität auf unseren Straßen vorbei“, widerspricht der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dietmar Eifler.

Für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen übrigens schon jetzt Fahrlehrer. So gibt es seit 2009 das Projekt „Senioren in Fahrt“. „Fahrlehrer zeigen, wie sich ältere Autofahrer auf bestimmte Verkehrssituationen einstellen können, außerdem geht es um aktuelle Rechtsänderungen“, erklärte der Vorsitzende des Landesverbandes, Helmut Bode. Die Fahrstunde kann übrigens im eigenen Fahrzeug absolviert werden. Die Resonanz sei gut, so Bode. Etwa 1500 Senioren hätten 2014 landesweit dieses Angebot genutzt. Das sind etwa 500 mehr, als noch im Jahr zuvor.

Einen Kurs für Senioren will in Kürze auch die Fahrschule Gottschalk in Gadebusch wieder anbieten. „Hemmungen, daran teilzunehmen, sind völlig fehl am Platz. Man sollte nicht unterschätzen, dass schon fehlendes theoretisches Wissen sehr schnell zur Unsicherheit beim Autofahren führen kann“, sagt Fahrlehrer Günter Gottschalk.

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