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Müll in Dechow : Frust über Keramik-Thron im Wald

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Illegale Müllentsorgung am Waldweg am Lankower See. Ordnungsamt Rehna will Fall prüfen und ermitteln

von
erstellt am 28.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Rätselraten im Fichtenwald bei Dechow: Bislang unbekannte Zeitgenossen sehnten sich anscheinend mitten in freier Natur nach einer Toilette. Kurzerhand wurde das Badezimmer demontiert und der Keramik-Thron inklusive blümchenverziertem Deckel an einem Waldweg am Lankower See positioniert. Diese Sehnsucht nach einem Örtchen teilen allerdings nicht alle Spaziergänger. „Das ist ein Unding, kaum zu glauben und nicht nachvollziehbar“, sagt ein Spaziergänger aus Dechow. Der Herr ist verärgert und macht seinem Ärger am Heißen Draht der SVZ Luft. Seinen Namen möchte er nicht veröffentlicht wissen. Zu oft habe er sich bereits kritisch über öffentliche Angelegenheiten geäußert. Aber das, was jetzt am Waldweg zwischen dem Lankower See und der Kreisstraße zwischen Groß Molzahn und der B 208 liege, müsse auf Spuren untersucht werden.

Rehnas Ordnungsamtsleiter Bernd Karnatz kennt reichlich derartiger Fälle von illegaler Entsorgung. „Wir werden vor Ort gehen. Für uns ist in solch einem Fall wichtig, dass dieser zur Anzeige gebracht wird“, so Karnatz.

Immerhin, der mit Bildern von Blümchen und mit Steinen verzierte Throndeckel findet sich nicht in jeder Wohnung. „Möglicherweise kann jemand Hinweise darauf geben“, meint der Herr aus Dechow.

Zwei rote Schirme eines weltbekannten Cola-Herstellers, blaue Säcke mit Elektrokabeln, Kleberreste, Handschuhe und zwei große Isolierglasscheiben liegen auf dem verdorrten Gras oder im Gestrüpp am Weg.

Dechows Bürgermeister Bernhardt Hotz schüttelt den Kopf und sagt: „Es ist kaum nachvollziehbar, dass es in heutiger Zeit so etwas noch gibt.“ Bedauerlicherweise sei dies kein Einzelfall. Aber Fakt sei, dass sämtliche Kunststoffe und Metalle über die Gelbe Tonne entsorgt werden können, Bauschutt ließe sich beim Entsorger in Rosenhagen abgeben. Andere Wohnungsgegenstände werden sogar im Zuge möglicher Sperrmüllabholungen über den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises entsorgt. Bei Letzterem reicht ein Anruf bzw. die Anmeldung per Abholkarte. Auf diese Karte können die Dechower nicht setzen. Sie werden am Umwelttag (8. April) wieder gemeinschaftlich die Natur von den Hinterlassenschaften anderer Menschen beräumen.

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