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Integration in Gadebusch : Frühzeitig das Miteinander lernen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In einem Integrationsprojekt verbringen deutsche und ausländische Kinder gemeinsame Nachmittage

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Was ist Weihnachten oder warum feiern wir den Martinstag und Halloween? Das soll künftig spielerisch den Jungen und Mädchen erklärt werden, die aus der Fremde nach Gadebusch gekommen sind. „Wir wollen ihnen gemeinsam mit deutschen Kindern unsere Kultur näherbringen“, erklärt Julia Möller. Die 39-Jährige wird ab heute jeden Mittwoch von 15.30 bis 17.30 Uhr im Veranstaltungsgebäude der Museumsanlage einen gemeinsamen Nachmittag leiten, in dem die Kinder ungezwungen miteinander umgehen können – egal ob sie aus Deutschland, Syrien, Vietnam oder anderen Ländern stammen.

Entspannungstherapeutin Julia Möller, die im ehemaligen Mädchentreff im Kreml seit Mitte September die Praxis „Auszeit“ und in Botelsdorf seit langem den Kinderbauernhof „Erlebnisreich“ betreibt, wird mit den Kindern basteln und spielen, tanzen, singen und Theater spielen. „Wir werden zum Beispiel Masken für Halloween oder Laternen für einen Umzug basteln“, so Möller. Dabei sollen die Kommunikation und das Erlernen der deutschen Sprache gefördert werden. „Wir sind froh darüber, dass wir Julia Möller dafür gewinnen konnten“, so Museumsleiterin Kornelia Neuhaus-Kühne.

Dieses integrative Projekt wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales zunächst bis zum Ende des Jahres gefördert. „Leider können wir erst jetzt damit starten, obwohl wir den Antrag auf Förderung bereits Anfang des Jahres gestellt haben“, sagt Neuhaus-Kühne etwas bedauernd. Immerhin sei die Integration der Flüchtlinge eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Aber nicht nur das: Der Dialog zwischen Migrantenkindern und jungen Deutschen soll gestärkt werden. Davon würden nicht nur die ausländischen Kinder profitieren. Auch der deutsche Nachwuchs werde dadurch zwangsläufig weltoffener.

Für Dalkhs Darwisch ist dieses Projekt eine tolle Sache. Die junge Mutter ist vor etwa einem Jahr aus dem Norden Syriens nach Deutschland geflohen. Sie sorgt dafür, dass ihre beiden Söhne im Alter von fünf und vier Jahren an den Nachmittagen teilnehmen. „Auch für den Fall, dass wir wieder nach Syrien zurückgehen sollten, wenn es wieder möglich ist, können die beiden Jungs hier einiges für die Zukunft lernen, was das Zusammenleben verschiedener Kulturen betrifft“, sagt die Syrerin in nahezu perfektem Deutsch.

An diesem Projekt teilnehmen können alle Kinder im Alter von etwa 4 bis 14 Jahren, heißt es von den Initiatoren. Man freue sich über jeden, der kommt und mitmacht. Wer Lust hat, findet sich also einfach an einem Mittwoch um 15.30 Uhr auf dem Museumshof ein. Heute besteht dafür die erste Gelegenheit.

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