Umwelttag : Frühjahrsputz in der Natur

Verschnaufpause an der Bushaltstelle in Stove.
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Verschnaufpause an der Bushaltstelle in Stove.

Fleißige Sammler zwischen Schlagsdorf und Wedendorf unterwegs / Stover verfüllen Schlagloch

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30. März 2015, 00:09 Uhr

Wenn Jugendliche beim Sammeln von Müll entlang der Straßen vor allem leere Alkoholflaschen finden, dann waren ihre Besitzer zum Zeitpunkt der Entsorgung möglicherweise „voll“. „Wir haben diesmal ganze Flaschennester gefunden“, sagt Sandra Melchin von der Jugendfeuerwehr Dechow, die auch in diesem Jahr wieder die Strecke nach Röggelin absuchte.

Die gemeinsame Umweltaktion füllte in den Gemeinden zahlreiche Müllcontainer. In diesem Jahr vorwiegend mit Kleinkram wie Verpackungsmaterial, weniger mit großen Fundstücken. „Obwohl noch immer so mancher in der Woche zuvor seinen Müll in der Landschaft entsorgt“, meint Bernhard Hotz, Bürgermeister in Dechow. Zusammen mit Udo Wachtel und Heike Rüsch befreite er den Recyclingplatz im Ort von Wildwuchs und Müll.

Überall wurde fleißig gesammelt und gefegt. Viele Gemeinden nutzten die Gelegenheit, lange Überfälliges zu erledigen. Im Park von Demern mussten morsche Bäume weichen, in Schlagbrügge der klotzige Steintisch auf dem Spielplatz. In Stove reparierte René Frick auf eigene Kosten ein lange bestehendes Schlagloch, während Bürgermeister Norbert Baumann der Putzkolonne an der Haltestelle gegenüber einen Besuch abstattete. „Rund 50 Helfer sind auch in diesem Jahr wieder dabei“, berichtet er. „Wir sollten an jeder Fundstelle eine gespendete Blumenzwiebel setzen“, schlägt Vilma Baltz vor. Die Straßenränder würden sich innerhalb von wenigen Jahren in jene blühenden Landschaften verwandeln, die uns versprochen wurden.

In Schlagsdorf machte die Feuerwehr Frühjahrsputz, nicht nur auf der Straße, sondern auch im Gerätehaus. „Die alte Schutzkleidung will einfach keiner mehr haben, wir haben es versucht“, sagt Maschinist und Gerätewart Steffen Neumann. „Sie stammt zum Teil noch aus DDR-Beständen.“ Also ab damit in den Container, der – wie alle anderen auch – als Sondermüll entsorgt wird. Thomas Babbel wirft schwungvoll einen kaputten Stuhl hinterher.

In vielen Gemeinden nimmt die Zahl der Sammler am Umwelttag in den letzten Jahren ab. Madlen und Martin Klöckner sind jedes Jahr dabei. „Schade, dass immer weniger mitmachen“, bedauert Madlen Klöckner. Man müsse doch mit gutem Beispiel voran gehen, schon für die Kinder.

Auch in Rehna gibt es dazu eine rege Debatte. „Alle Lehrer sollten mit ihren Schülern dabei sein“, findet Rosi Janetzke, „das ist auch Bildung, Umweltbildung.“ Die scheint nötig, denn gerade in der Umgebung der Schule fanden sich besonders viele leere Flaschen.

Über zu wenige Helfer konnte man in Rehna allerdings nicht klagen. Rund 100 Sammler ließen den arbeitsreichen Vormittag bei Erbsensuppe und Bier oder Saft auf dem Gelände des Amtsbauhofs ausklingen.

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