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Storchennester gereinigt : Frühjahrsputz für Meister Adebar

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Storchennester in Webelsfelde, Kleekamp und Jeese wurden für die Brutsaison hergerichtet

von
erstellt am 24.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Mit technischer Unterstützung der Wemag hat der Nabu zwei Storchennester in Nordwestmecklenburg gesäubert und für die Brutsaison hergerichtet. Ein weiteres Nest wurde mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Grevesmühlen gereinigt. Dabei handelt es sich um den Storchenhorst in Jeese. Das Nest war akut absturzgefährdet. Die Freiwillige Feuerwehr rückte spontan mit einer 30-Meter-Drehleiter an und half. Genauso unkompliziert unterstützte die Wemag die Reinigung der Nester in Kleekamp und Webelsfelde.

„Mit den Jahren hat sich in den Nestern eine Menge Unrat angesammelt“, sagt Ulf Bähker vom Nabu-Landesverband MV. Aus den Horsten wurde Bindegarn aus landwirtschaftlicher Nutzung geborgen. „Dabei handelt es sich um ein reißfestes Kunststoffprodukt. Es wird zum Beispiel zum Binden von Stroh- und Heuballen benutzt. Im Gegensatz zu den früher verwendeten Hanf- oder Sisalseilen verwittern die Kunststoffe nur langsam“, so Bähker. Oftmals bleiben die Plastikschnüre achtlos in der Landschaft liegen. So werden sie nicht nur Säugetieren zur Gefahr. Auch verschiedene Vogelarten tragen die gefährlichen Fäden und Netze in ihr Nest ein. Vor allem die jungen Störche spielen mit dem Bindegarn – und drohen sich darin zu verwickeln und zu strangulieren.

Da die Weißstorch-Eltern fleißige Nestbauer sind, wachsen die Horste über die Jahre teils beträchtlich auf. „Große Weißstorch-Nester können schon einmal ein Gewicht von über einer Tonne erlangen. Das ist eine Belastung für die Metallkonstruktion, die das Nest auf dem Nistmast hält“, sagt Bähker. Daher ist es von Zeit zu Zeit nötig, das Nest zu verkleinern. Dabei förderte der Storchenschützer auch diesmal jede Menge verrottete Pflanzenteile (Kompost) und Zweige zu Tage und entfernte sie aus den Nestern.

Die Wemag engagiert sich seit Jahren im WeißstorchSchutz und auch darüber hinaus im Vogelschutz (z.B. bei der Fischadler-Beringung). „Das ist eine große Hilfe und Unterstützung für die ehrenamtlich aktiven Vogelschützer im Nabu“, freut sich Ulf Bähker.

Er hofft, dass sich in den gereinigten Nestern in diesem Jahr wieder Weißstörche ansiedeln und erfolgreich ihren Nachwuchs aufziehen. „Schließlich ist der Brutbestand des Weißstorches im Landkreis Nordwestmecklenburg in den letzten 20 Jahren um über 70 Prozent eingebrochen. Während 1996 noch 95 Weißstorchpaare im Nordwesten brüteten, blieben 2016 gerade einmal 27 Brutpaare übrig“, sagt Ulf Bähker, der für die NABU-Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz die Erfassung der Störche in Nordwestmecklenburg koordiniert. Angesichts des drastischen Rückgangs innerhalb weniger Jahre wäre eine Reaktion der Politik und Verwaltung wünschenswert, die über ein Schulterzucken hinausgehe.

Während in Webelsfelde in den vergangenen drei Jahren trotz besetzter Nester kein Jungvogel mehr flügge wurde, blieb der Horst in Jeese in den letzten zwei Jahren unbesetzt. 2014 flog dort der letzte Jungvogel aus. In Kleekamp gab es 2014 sogar noch vier flügge Jungstörche. 2015 und 2016 blieb das Nest hingegen leer. Bei allen drei Standorten handelt es sich um traditionelle Nistplätze.

Neben der Pflege geeigneter Nistmöglichkeiten ist die Erhaltung des natürlichen Lebensraumes der Tiere oberstes Ziel der Naturschützer. „Wo Dauergrünland umgebrochen und Feuchtgebiete trockengelegt werden, verliert der Storch seine Nahrungsgrundlage“, so Bähker. „In solchen Gebieten wird er zukünftig wohl nicht mehr anzutreffen sein. Wer den Storch weiterhin in freier Natur erleben möchte, muss sich für den Erhalt seiner Nahrungsflächen einsetzen.“

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