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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. November 2017 | 05:09 Uhr

Gross Salitz : Frühjahrsputz auf dem Friedhof

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Freiwillige packten mit an / Gedenkstätte für rund 90 Kriegstote ist geplant

von
erstellt am 27.Mär.2017 | 04:45 Uhr

Laub harken, Äste schneiden, Maulwurfhügel abtragen – auf dem Friedhof in Groß Salitz gab es am Wochenende viel zu tun. Rund zehn Freiwillige packten mit an und beteiligten sich am Frühjahrsputz, zu dem die Kirchengemeinde aufgerufen hatte. Dabei kamen die Helfer nicht nur aus Groß Salitz, sondern auch aus Krembz, Schönwolde und Gadebusch. Mit Egon Renn war auch ein Mann aus Neuendorf vor Ort. „Es ist eine Herzensangelegenheit hier zu helfen“, sagte Renn. Verwandte von ihm fanden auf dem Groß Salitzer Friedhof die letzte Ruhestätte.

Mit voll beladener Schubkarre kurvte der Krembzer Gerhard Janz über den Friedhof. Seit Jahren ist auch er beim Frühjahrsputz und beim Großreinemachen im Herbst dabei. „Eigentlich sind es immer dieselben, die hier mit anpacken. Für mich persönlich ist es aber eine Selbstverständlichkeit, hier sauber zu machen“, sagte Janz.

Zu einer Selbstverständlichkeit soll es künftig auch werden, dass an die rund 90 Opfer von Krieg, Gewalt, Hunger und Vertreibung erinnert wird. Für sie ist auf dem Groß Salitzer Friedhof eine Gedenkstätte geplant. Sie soll die Namen der Toten enthalten.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs war im Gutshaus von Groß Salitz ein Lazarett eingerichtet worden. Hier wurden in der Folge viele Kranke hergebracht. Plötzlich gab es einen rasanten Anstieg an Todesfällen. Typhus grassierte. „Das Stöbern von Kirchengemeinde und Ehrenamtlern in Kirchenchronik und Begräbnisbuch brachte an den Tag, dass es damals teilweise drei bis sechs Beerdigungen am Tag gab“, so Sabine Sabine Dallmeier-Peschke vom Kirchengemeinderat. Einen eigenen Sarg hatte keiner der an Typhus Verstorbenen. Dafür waren es einfach zu viele. Anfangs wurden die Toten ohne Sarg beerdigt. Später legte man sie in einen Klappsarg.

Im vergangenen Jahr war die genaue Ruhestätte der rund 90 Kriegsopfer gefunden worden. Möglich wurde dies durch Sondierungsmaßnahmen von Mitarbeitern des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V..

Da es sich bei den Toten um Kriegsopfer handelt, haben diese ein dauerndes Ruherecht. Das bedeutet, dass auf den betreffenden Grabflächen keine Aufbettungen, also keine neuen Bestattungen vorgenommen werden dürfen.               Michael Schmidt,

                      Holger Glaner

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