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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 15:07 Uhr

Schlagsdorf : Frühere Grenze hautnah erleben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ex-Bundesgrenzschützer erzählt im Grenzhus persönliche Geschichten aus seiner Zeit an der innerdeutschen Grenze

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 23:00 Uhr

„Das war die beste Party, die ich je gefeiert habe.“ Wolfgang May ist heute 66 und arbeitete 40 Jahre beim Bundesgrenzschutz. Standort Ratzeburg. Im Westen also. Doch was sich am 12. November 1989 in „seinem“ Grenzabschnitt abspielte, wird der Ratzeburger nie vergessen. Drei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer feierten 5000 Menschen aus Ost und West mitten auf der heutigen B 208 die Eröffnung eines Grenzübergangs. Genau an der Stelle, wo Stunden zuvor noch ein Bunker der Nationalen Volksarmee stand.

„Noch am Tag zuvor fragte mich eine Studentin während einer Führung, wann denn hier endlich die Grenze geöffnet wird“, erzählt Wolfgang May. „In meiner festen Überzeugung antwortete ich, dass die Politik das wohl erst in 20 Jahren schaffen würde. Doch in derselben Nacht baute die DDR den Bunker ab und schon am nächsten Tag klopfte ich in Uniform Trabis und Wartburgs aufs Dach. Das werde ich niemals vergessen, und begreifen schon gar nicht. “

Gebannt lauschen auch zwölf Besucher des Grenzhus Schlagsdorf gestern während einer öffentlichen Führung den Geschichten des früheren Bundesgrenzschützers. Darunter auch Verena Dylla aus Gudow mit ihrer 13-jährigen Großnichte Anna Moll aus Hofheim am Taunus. „Wir feiern jetzt 25 Jahre Wiedervereinigung. Da finde ich es wichtig, dass die später geborenen Generationen innerdeutsche Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern hautnah erfahren“, so die 66-Jährige.

Während der Ferien bietet das Grenzhus Schlagsdorf solche öffentliche Führungen an. Interessenten können dabei die Gelegenheit nutzen, um die Geschichte der innerdeutschen Grenze näher kennenzulernen. Alle Interessierten sind am 31. Oktober zu einer weiteren Führung eingeladen. Anmeldung unter 038875-20326. Die Führungen sind kostenfrei, allein der Eintritt ins Grenzhus ist zu entrichten.

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