Gadebusch : Frühaufsteher sorgt für Lesestoff

Mehr als 100 Zeitungen verteilt Andreas Lang in seinem Zustellbezirk in Gadebusch.
Mehr als 100 Zeitungen verteilt Andreas Lang in seinem Zustellbezirk in Gadebusch.

Auch am letzten Tag des Jahres ist Andreas Lang von 4 Uhr an in Gadebusch auf den Beinen und verteilt Zeitungen

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31. Dezember 2018, 08:00 Uhr

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Die Straßen, Häuser und Felder sind noch in Dunkelheit gehüllt, doch für Andreas Lang beginnt bereits der Tag. Er ist kein Bäcker, arbeitet nicht in der Nachtschicht irgendeiner Fabrik und doch steht der 36-Jährige sechsmal in der Woche um drei Uhr nachts auf, um zu arbeiten. Andreas Lang ist Zusteller des Mecklenburger Zeitungsvertriebs und verteilt von Montag bis Sonnabend Briefe und 107 Exemplare der Schweriner Volkszeitung in seinem Zustellbezirk in Gadebusch. So auch am letzten Tag des Jahres. Während die meisten Menschen noch in ihren Betten liegen und schlafen, damit sie fit für die abendliche Silvesterfeier sind, macht der Gadebuscher sich auf den Weg.

„Ich mache das jetzt seit mehr als zwei Jahren und finde es gut“, erzählt Andreas Lang. „Ich war zehn Jahre zuvor arbeitslos und habe mich gefreut, als ich diesen Job anfangen konnte“, berichtet der gelernte Maler.

Für viele wäre das frühe Aufstehen ein Albtraum, die Arbeit als Zusteller ohne Reiz. Nicht so für Andreas Lang. „An das frühe Aufstehen musste ich mich natürlich erst mal gewöhnen, aber das ging relativ schnell“, sagt der 36-Jährige. „Ich mag die Arbeit. Ich bin mein eigener Herr und bin viel unterwegs“, erzählt er. Nachdem die Zeitungen und Briefe für seinen Bezirk geliefert werden, sortiert Andreas Lang sie und macht sich gegen 4 Uhr morgens schließlich auf den Weg.

Dabei ist das Zustellen der Briefe und Zeitungen für den Gadebuscher nicht immer einfach. „Im Winter des ersten Jahres, in dem ich zugestellt habe, hat es, während ich unterwegs war, plötzlich angefangen zu schneien“, erinnert sich Andreas Lang. „Ich bin mit einem Fahrrad, an dem Kisten befestigt sind, unterwegs. Wenn es schneit oder bereits Schnee liegt, dann kann ich nicht fahren, sondern muss das Fahrrad schieben und alles wird schwerer“, erklärt der 36-Jährige. „Damals hatte ich jedoch Glück. Es fing erst nur leicht an zu schneien und gerade als ich fertig war, ging es richtig los und kurz darauf lag eine richtige Schneedecke“, so Lang.

Auch mit Tieren hat der 36-Jährige auf seiner Tour schon Erfahrungen gemacht. „Viele Menschen haben Hunde, die dann auch immer angerannt kommen, wenn sie mich sehen“, sagt Andreas Lang. Angst habe der 36-Jährige vor Hunden jedoch nicht. „Mittlerweile kennen sie mich ja auch“, lacht er. Auf die Frage, ob er Leckerlis in der Tasche habe, um sich mit den Hunden anzufreunden, hat Andreas Lang eine klare Antwort: „Nein.“ Schließlich könne man als Zusteller nicht wissen, was die Tiere fressen dürfen und was nicht. „Ich möchte die Halter der Tiere ja auch nicht verärgern“, sagt er. Bisher seien die Leute, denen er die Briefe und Zeitungen zustellt jedoch immer sehr freundlich zu ihm gewesen.

Und wie sieht es Silvester aus, wenn man derartig zeitig arbeiten muss – erlebt man den Jahreswechsel dann überhaupt? „Ja, das ist kein Problem“, sagt Andreas Lang mit einem Lächeln. „Ich feiere ganz normal Silvester, auch wenn ich zeitig aufstehen muss. Zur Not lege ich mich nach meiner Tour eben hin und schlafe noch mal. Aber bisher habe ich den Jahreswechsel noch immer erlebt.“

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