insektenplage : Fruchtfliegen nerven Mieter

Lothar Wilm fordert  ein Eingreifen und meint: „Die Bäume müssen weichen.“
1 von 2
Lothar Wilm fordert ein Eingreifen und meint: „Die Bäume müssen weichen.“

Wildobstbäume locken Tiere an. Familie Wilm wünscht sich Rückschnitt von Wildkirschen in der Rudolf-Breitscheid-Straße

23-11367724_23-66109651_1416395531.JPG von
25. August 2015, 23:37 Uhr

Sie ist knapp drei Millimeter klein und kann Wohnungsinhaber durchaus auf Trab halten: die Fruchtfliege, lat. Drosophila melanogaster. Irmgard Wilm und ihr Sohn Lothar haben zumindest genug von den geflügelten Besuchern, die in der Sommerzeit beinahe täglich das Küchenfenster von Irmgard Wilms Wohnung in der Rudolf-Breitscheid-Straße belagern. „Auslöser sind diese Obstbäume, die Wildkirschen“, sagt Lothar Wilm und verlangt die Abnahme der Bäume vor der Hausnummer 5. „Wir müssen über eine Fällung sprechen“, sagt er am Heißen Draht der SVZ.

Er erzählt von der Sommerzeit, wenn die Früchte reifen, diese in einen Gährzustand wechseln und die Fruchtfliegen sich darüber her machen. „Nicht selten sind zahlreiche Vögel in den Bäumen und es ist ein unglaublicher Lärm“, beschreibt er aus seiner Sicht die Situation. Als problematisch bezeichnet er dabei die auf den Gehwegen zahlreich umherliegenden Kirschkerne, die die vornehmlich älteren Mieter nur schwer beseitigen könnten. Ähnliche Sichtweisen habe er aus der Nachbarschaft noch nicht vernommen, aber die Fruchtfliegenplage dürfe kein Dauerzustand bleiben. „Man muss schon aufpassen, dass die Fliegen nicht Teil einer Mahlzeit werden.“ Folglich helfe nur der Einsatz von Essig, um die kleinen Plagegeister los zu werden. Früher sei das anders gewesen, da habe seine Mutter noch über die Bäume auf Gadebusch geschaut. Daran hätte man beim Pflanzen eigentlich denken müssen. Sein Anliegen habe er der zuständigen Wohnungsgenossenschaft noch nicht vorgetragen, was er allerdings nachholen wolle.

Auf Anfrage der SVZ prüft die Stadt Gadebusch die Zuständigkeit. Bauhofleiter Uwe Tews: „Die Gadebuscher Wohnungsgenossenschaft ist erster Ansprechpartner. Wir haben uns die Situation vor Ort angeschaut und sind bei Bedarf gerne bereit fachliche Unterstützung zu leisten.“ Kerstin Flägel, Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, möchte sich gerne der Problematik annehmen: „Die Mieter sollten ihr Anliegen allerdings bei uns vortragen.“ So sei es üblich.

Ein Abholzen des Baumbestandes hält sie für nur sehr schwer realisierbar, zumal zahlreiche Mieter über Grün vor ihrer Haustür erfreut seien. „Wir werden uns den Baumbestand anschauen und sehen, was mit Unterstützung eines Fachmanns möglich wird. Ein Pflegeschnitt ist im Bedarfsfall denkbar“, so Flägel.

Die Wildkirschen in der Rudolf Breitscheid-Straße wurden vor mehr als 25 Jahren gesetzt. „Oftmals handelt es sich um Ergebnisse von Arbeitseinsätzen, die die damaligen Mieter organisiert und durchgeführt haben“, so Flägel. Fest stehe auch, dass die Mieter im Durchschnitt immer älter werden und nicht immer alle Aufgaben selbst in die Hand nehmen könnten. „Aktuell verfügen wir über einen Elektriker und Klempner, die einige zusätzliche Aufgaben mit übernehmen“, so Flägel. Einen Hausmeister für Grünpflegearbeiten gebe es nicht, da die Mietparteien bislang die Arbeiten in Eigenregie durchführen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen