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Museumsanlage Gadebusch : Froh über eigene Münzausstellung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Museumsanlage Gadebusch zeigt historische Geldstücke einer Dauerleihgabe von Numismatiker Alexander Roggatz.

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Eine Stadt, die als Beinamen die Bezeichnung Münzstadt trägt ohne eigene Münzausstellung? Nun nicht mehr: Seit heute gibt es sie ganz offiziell im Hauptgebäude der Museumsanlage zu sehen. „Als ich 2013 aus Hamburg hierher kam, hat es mich gewundert, dass es in einer Stadt, die sich Münzstadt nennt, keine Münzausstellung gibt, über diesen wichtigen Teil der Stadtgeschichte kaum etwas öffentlich zu erfahren war“, erzählt Alexander Roggatz.

In dem Numismatiker wuchs der Vorsatz, selbst dafür zu sorgen, dass so eine Ausstellung installiert wird. Bei Kornelia Neuhaus-Kühne, Leiterin der Museumsanlage in der Münzstadt, rannte er mit dieser Idee auch sofort offene Türen ein. „Ich war begeistert von der Idee des Alexander Roggatz. Bisher waren bei uns ja lediglich die jährlich zu unserem Münzfest geprägten Godetaler zu Hause – Gedenkmünzen, keine Zahlungsmittel“, berichtet Kornelia Neuhaus-Kühne. Beide Parteien entwickelten von da an gemeinsam das Konzept dieser Ausstellung. So sollte sowohl eine nachempfundene Prägestube eines Münzmeisters als auch originale Münzen, die in Gadebusch geprägt wurden ,Teil der Ausstellung werden. Parallel dazu begann der Numismatiker Roggatz unter Einbeziehung seiner Kontakte zu zahlreichen Münzsammlern die historischen Geldstücke, die von den insgesamt vier aktiven Münzmeistern Gadebuschs geprägt wurden, zu beschaffen.

Herausgekommen ist nun eine Ausstellung, die insgesamt 30 Originalmünzen aller Epochen – Taler, Schillinge, Pfennige – enthält. „Das ist aber längst noch nicht alles. Ich werde selbstverständlich im Rahmen der Möglichkeiten diese Sammlung erweitern“, verspricht Alexander Roggatz. Ganz besonders liegt ihm dabei die erste Münze Gadebuschs von Münzmeister Bernhard Jungeligk aus dem Jahr 1542 am Herzen. „Das ist ein 2-Pfennig-Stück, Blaffert genannt, bei dem ich sicher bin, dass ich es bekomme und das man in so einer Ausstellung zeigen muss, weil es nicht so selten ist“, sagt der ehemalige Hamburger. Schließlich seien diese Gadebuscher Silbermünzen in ganz Deutschland und den Niederlanden gehandelt worden und dementsprechend noch relativ häufig zu finden. „Anders sieht es da zum Beispiel mit Gulden aus, die auch hier geprägt wurden. Diese hier auszustellen, da würde wohl keine Versicherung das Risiko tragen“, sagt Roggatz lachend.

Zu den in einer Vitrine präsentierten Münzen gehört auch eine kurze Abhandlung der Geschichte Gadebuscher Münzprägungen. Und neben der Vitrine haben die Mitarbeiter der Museumsanlage eine historische Münzprägestube aus dem Mittelalter nachempfunden. „Leider fehlen uns dazu die originalen Werkzeuge dieser Zunft aus damaliger Zeit“, bedauern Alexander Roggatz und Kornelia Neuhaus-Kühne gemeinsam. Doch das wird nach beider Wille nicht mehr lange so bleiben. Aktuell sind sie dabei, einen Schmied zu suchen, der ihnen die Werkzeuge nachbauen kann.

So steht bereits jetzt fest, dass diese gerade erst fertiggestellte und frisch eingeweihte, erste Münzausstellung der Münzstadt Gadebusch zur Freude der Besucher peu à peu erweitert und aktualisiert werden wird.

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