Zwischen Kirche und Schloss : Fremdenführer entdecken Gadebusch

Besuch der Gästeführer in Gadebusch: Vom Bahnhof ging es in die Stadt.
1 von 2
Besuch der Gästeführer in Gadebusch: Vom Bahnhof ging es in die Stadt.

Stadt ab 2015 möglicherweise bei Reiseunternehmen und Passagieren von Kreuzfahrtschiffen hoch im Kurs / Erfolgreicher Kennernlerntag

svz.de von
08. Dezember 2013, 22:00 Uhr

Was das Wetter anging, zeigte sich die Stadt nicht unbedingt von ihrer besten Seite. Kalt, hier und da noch Reste des ersten Schnees, der Himmel grau. Die Mitglieder des Schweriner Gästeführervereins konnte das nicht abschrecken. Für einen Tag tauschten sie die Seite und ließen sich vom Vorsitzenden des Kulturhistorischen Vereins 1712, Frank Rohmann, durch Geschichte und Geschichten von Gadebusch führen.

Der Besuch fand statt vor beruflichem Hintergrund. Ein Fortbildungsvortrag im Schweriner Landesarchiv über die Schlacht von Gadebusch hatte die touristischen Qualitäten der Stadt touristisch offenbart. Diplom-Geograph Peter Voss ist Ansprechpartner für viele Reiseunternehmen: „Wir sind“, sagt der Güstrower, „immer auf der Suche nach neuen Ausflugszielen und darum an den Kulturhistorischen Verein 1712 herangetreten.“ Schwerin und Wismar zählen bei allen Reiseveranstaltern zum Pflichtprogramm. „Wir möchten aber auch das Unbekannte zeigen, Gästen aus dem In- und Ausland den historischen Hintergrund unseres Landes nahe bringen“, erläutert Voss. Traditionell machen sich die Schweriner Stadtführer darum im Rahmen ihrer jährlichen Weihnachtsfeier auf den Weg, neue Ziele für künftige Touristengruppen zu erschließen.

Rohmann öffnete ihnen Museum und Schloss, führte sie in die Stadtkirche. Er bedaure, dass Gadebusch bislang zu wenig Touristen locke. „Im Gegensatz zu Berlin wird es schon bei Zar Peter erwähnt, hier wurde die größte Schlacht Mecklenburgs geschlagen. Die Kirche ist ein Schmuckstück, damit lässt sich auf jeden Fall punkten“, ist er sich sicher. Er hofft vor allem auf Tagesausflügler. Wegen der geringen Entfernung biete sich die Stadt insbesondere an als Rahmenprogramm für Passagiere der Wismar anlaufenden Kreuzfahrtschiffe.

Es sei nicht einfach, passende Ziele für die Betreuung der Touristen zu finden, meint Tourismus-Profi Voss. Neben den kulturellen und historischen Gegebenheiten müssten die organisatorischen Rahmenbedingungen stimmen: Ausreichend Park- und Wendefläche für Reisebusse, kurze, auch für ältere Menschen gut gehbare Wegstrecken zwischen den Sehenswürdigkeiten, Möglichkeiten für einen kleinen Spaziergang. „Nicht zuletzt muss die Gastronomie größere Gruppen zügig bewirten können“, sagt Peter Voss.

Nach einem kurzen Imbiss im Alten Bahnhof umrundete die Gruppe den Burgsee und wurde im Museum von Frank Rohmann empfangen. Stadtführerin Uschi Seifert: „Ich bin völlig überrascht, wie schön es hier geworden ist.“ Als ehemalige Gadebuscher Lehrerin weiß sie, wovon sie spricht. „Hier wurde unglaublich viel getan.“ Sie kenne die Stadt nur vom Vorbeifahren, so Kathleen Kühnel, Vorsitzende des Schweriner Gästeführervereins. Sie werde Gadebusch ganz sicher ins Angebot aufnehmen. Es sei interessant, überschaubar und informativ zugleich, ideale Voraussetzungen für einen Tagesausflug von Wismar oder Schwerin aus. Darin sind sich alle Mitglieder der Gruppe einig.

Der Schweriner Niels Hamann zeigt mit seinem alten Fischerboot Touristen die Seeseite Schwerins. „Ich wusste nicht, dass es hier so ein Kleinod gibt.“ Er wird häufig nach weiteren Tipps für Ausflugsziele in der Region gefragt. Auf jeden Fall werde er Gadebusch künftig weiterempfehlen, auch privat.

Nach einem Eintrag ins Gästebuch wanderte die Gruppe vom Museum aus zur Kirche, lauschte dort interessiert der von Rohmann humorig vorgetragenen Geschichte von Königin Agnes und der Schwedenkapelle, erhielt einen Überblick über die Geschichte des Gadebuscher Wahrzeichens.
Am Ende waren sich die Gästeführer einig. Zwar sei das Buchungsprogramm für 2014 schon abgeschlossen, so Voss, aber ab 2015 stehe Gadebusch mit Sicherheit auf dem Programm. Damit bleibt den Gadebuschern noch genügend Zeit, sich darauf vorzubereiten.



zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen