Wismar : Freizeitschiffe im Winterschlaf

Premierenstimmung beim Kranen auch für Skipperfrau Brigitte an der Halteleine. Sie gab ihrem Freizeitschiff den Namen.
Premierenstimmung beim Kranen auch für Skipperfrau Brigitte an der Halteleine. Sie gab ihrem Freizeitschiff den Namen.

Skipper von der Mosel bringen Boot in der Hansestadt an Land / 110 Liegeplätze im Westhafen müssen geräumt werden

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10. November 2015, 23:01 Uhr

Das Thema „Boote an Land“ beschäftigt noch immer Freizeitkapitäne. So auch im Wismarer Westhafen. Dort „navigiert“ Uwe Deutschmann gerade ein weiteres Freizeitschiff an der Kaikante entlang. Allerdings nicht ins Wasser sondern Richtung Land. Der Chef vom Sportbootservice ist mit der Zugmaschine unterwegs und hat eine Segelyacht im Schlepp.

In Warteposition an der Pier liegt bereits die „Gitte“, eine schicke Motoryacht. Sie soll als nächste per Mobilkran an Land gehoben werden, um so in ähnlicher Weise den Weg ins Winterlager anzutreten. Bis sich die Hängegurte für das 14-Meter-Boot straffen, bleiben für Eigner Klaus Kantner und Ehefrau Brigitte noch etwas Zeit, um sich an die vergangene Saison zu erinnern.

„Wir hatten sehr schöne Erlebnisse rund um die Wismarbucht, wie schon in den Vorjahren, sind aber diesmal nur bis zur Insel Fehmarn gekommen“, so das knappe Fazit der beiden. Auf ein Ferienhaus hat das Ehepaar verzichtet. „Darauf haben wir gern verzichtet, denn damit sind wir ja nicht ortsveränderlich“, so der 59-jährige Unternehmer mit leichtem Rheinländer Dialekt.

Nicht umsonst steht als Heimathafen Winningen am Heck. Der Ort liegt an der Mosel und nur wenige Kilometer von der Mündung in den Rhein bei Koblenz entfernt. Folglich braucht es etwas Zeit, um von dort in die Lübecker und die Wismarbucht zu gelangen. Dank der großen und kleinen Flüsse und diverser Kanäle ist das ein langer, aber ebenso bequemer Weg, um aus dem tiefsten Binnenland per Boot in die Ostsee zu gelangen.

„Mit dem Schiff Deutschland so von dieser schönen Seite kennenzulernen, ist außerordentlich interessant“, resümiert Skipperfrau Brigitte. Inzwischen besuchten beide neben Lübeck weitere Hansestädte wie Rostock und Stralsund, bereisten zudem Rügen und polnische Häfen.

Doch letztendlich fiel ihre Wahl auf Wismar, um hier ihr Boot überwintern zu lassen. Der Grund ist schnell erklärt: Moderate Liegeplatzgebühren, die Nähe zur Altstadt und die gute Anbindung auf dem Landweg.

Die dreiköpfige Marina-Crew hat inzwischen die Hebegurte um den Bootsrumpf gelegt und an zwei Traversen befestigt. Konzentriert bedient Hafenmeister Andre Conrad in der Kanzel des Mobilkranes die Hebel. Schon bald schwebt die „Gitte“ über die Kaikante hinweg und steht kurz darauf sicher auf dem stählernen Lagerbock. „Es war eine schnelle und unkomplizierte Aktion, alles verlief sehr gut“, zeigte sich das Eigner-Ehepaar nach dieser Kranpremiere zufrieden. Denn zum ersten Mal überwintert ihr Freizeitschiff in Wismar und startet von dort in die nächste Saison. Für das dreiköpfige Westhafen-Team geht indessen der Arbeitsalltag weiter. Doch bis die 110 Liegeplätze, die auch in diesem Jahr voll belegt waren, „leer geräumt“ sind, wird wohl noch etwas mehr Zeit vergehen.

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