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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 00:42 Uhr

Wismar : Freizeitkutter zu Wasser gelassen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hamburger Freizeitkapitän macht altes Boot wieder flott und hat in Wismar seinen Dauerliegeplatz gefunden

Die Tragegurte spannen sich und der Hafenkran hält den Motorsegler sicher am Haken. Nur kurz schwebt der Rumpf über die Kaikante der einstigen Werftpier im Wismarer Westhafen. Dann liegt die „Donna“ sicher vertäut im Hafenbecken.

Für Skipper Swen Herrmann ist es ein besonderer Moment und ein schönes Gefühl dazu. Seit dem Vorjahr werkelt der Unternehmer mit seinem Partner Dirk Weidlich an dem überholungsbedürftigen und 50 Jahre alten Freizeitschiff. Mit dem Zuwasserlassen ist jetzt auch für diesen Traditionskutter der Saisonstart vollzogen. Das viele Holz an Deck und in den Aufbauten sorgt zwar noch für etliche Restarbeiten. Doch zu Pfingsten soll schon mal zur Probe gesegelt werden. Auf jeden Fall erhält das Freizeitschiff seinen Dauerliegeplatz in Wismar und sorgt damit zur Bereicherung der maritimen Kulisse im Alten Hafen.

Ein halbes Jahrhundert hat das Fahrzeug mit der Kutterform bereits auf dem Kiel und ist damit genau so alt, wie er selbst. „Kutter ist richtig, der hat allerdings nie seine Netze ausgelegt und war schon immer ein Freizeitschiff. Zudem soll es aufgetakelt, möglichst oft unter Segeln laufen“, erklärt der Hamburger Freizeitkapitän.

Der hat das überholungsbedürftige Objekt erst im vergangenen Jahr übernommen. Ursprünglich stammt das acht Meter lange Boot aus der dänischen Hafenstadt Arhus. Dort ließ es ein ansässiger Werftchef für seine privaten Zwecke bauen. Herrmann sei zwar als Elbestädter mit dem Wassersport groß geworden, doch beruflich habe er nicht mit seefahrtrelevanten Tätigkeiten zu tun. Warum er nicht die zahlreichen Möglichkeiten vor Ort nutzt und statt dessen weiterhin einen Stammliegeplatz in Wismar nutzt, kann er mit wenigen Sätzen erklären. Bedingung war, dass es kein gezeitenabhängiger Liegeplatz ist. Des weiteren war die Stadtnähe für ihn wichtig. „Zunächst standen Neustadt oder Lübeck im Fokus, ich habe mich dann doch für Wismar und seine Nähe vom Alten Hafen bis zum gemütlichen Stadtzentrum entschieden“, so seine Argument. Letztendlich biete die Wismarbucht und ihre Nähe zu anderen Häfen ein interessantes Fahrtgebiet.

Was die weiteren Törnpläne anbetrifft, möchte er sich noch nicht festlegen. „Auf jeden Fall geht es jetzt bald richtig auf’s Wasser“, zeigt sich Herrmann optimistisch. Das viele alte Holz will noch bearbeitet und konserviert werden. Dafür ist der Schiffsdiesel, ein Vorläufertyp des Volvo Penta, bereits einsatzklar. Der besitzt zwar nur 27 PS, aber es sollen ja möglichst oft die Segel gesetzt werden. Im Ruderhaus und unter Deck ist bereits Gemütlichkeit eingekehrt. Vier Kojen, eine kleine Kochecke und etwas Platz, um auch unter Deck zu verweilen, ermöglichen damit auch Mehrtagesreisen.

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