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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 04:20 Uhr

Lützow : „Frechdachs“ platzt aus den Nähten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Weil zu viele Kinder die Betreuungseinrichtung besuchen, soll die Essenausgabe der Schule zum zusätzlichen Hortraum umgebaut werden

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Die derzeit offiziell vorhandenen 66 Plätze im Hort „Frechdachs“ reichen nicht mehr aus. Waren es bereits jetzt eigentlich 71 Hortkinder, steigt der Bedarf weiter kräftig an. „Uns verlassen jetzt zwar elf Viertklässler, aber es kommen im neuen Jahr 28 Grundschüler hinzu. Und dann haben wir 84 zu betreuen“, rechnet Horterzieherin Liane Schulz vor.

„Das ist eigentlich eine Erfolgsgeschichte für unseren Ort, dass wir jetzt so viele Schüler in den unteren Klassen haben“, freut sich der erste stellvertretende Bürgermeister Georg Maas. Und auch die Zahlen in der Kita „Spatzennest“ zeigen, dass dies auch in den kommenden Jahren anhält. Diese Tatsache stellt die Gemeinde nun aber vor die Herausforderung, der Hortplatz-Not kurzfristig Abhilfe zu schaffen. Und das bei mehr als knapper Haushaltslage. „Wir werden den Raum für die Essenausgabe für die Schüler im Theodor-Körner-Haus zum Hortraum umbauen“, sagt Tino Waldraff, Bürgermeister von Lützow. Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung werden dazu die Kosten von rund 14 000 Euro einstimmig bewilligt. „Wir haben erreicht, dass 65 Prozent der Summe über Fördermittel für die Dorferneuerung kommen, so dass wir nur noch einen Eigenanteil von 3000 bis 3500 Euro tragen müssen“, berichtet Waldraff.

Die Lösung sieht so aus, dass in den Raum ein Durchbruch zum benachbarten Hortbereich geschaffen wird. Dieser und der bisherige Ausgang des Raumes werden mit Brandschutztüren versehen, noch eine feuerfeste Gipskartonplatte vor die Luke der Essenausgabe, malern – fertig. Das Gute daran, so die Kommunalpolitiker, es kann problemlos rückgebaut werden, sollte der Bedarf wieder sinken. „Für die Esseneinnahme der Schüler stellen wir den Raum der Gemeinde im Mehrzweckgebäude gleich nebenan zur Verfügung“, erklärt Tino Waldraff.

Träger von Frechdachs und Spatzennest ist die Felicitas gemeinnützige GmbH mit Sitz im Dorf Mecklenburger, Ortsteil Steffin. „Es ist zwar keine optimale Lösung, aber fürs erste können wir gut damit leben“, sagt Horterzieherin Liane Schulz. Sie meint damit vornehmlich die sich dadurch verschlechternde Situation für die Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn, die nun ihr Essen für die nächste Zeit im Gemeinderaum einnehmen müssen. Die bekommen ihr Essen ebenso wie die Hortkinder auch, frisch gekocht, aus der Küche der Kita.

Lützow ist aber mit der erfreulichen Tatsache steigender Kinderzahlen nicht allein. Auch in Gadebusch, Rehna, Kalkhorst oder Schlagsdorf geraten die Betreuungseinrichtungen in Platznot. „Das wird in den Einrichtungen unterschiedlich gelöst. Das reicht von der Inanspruchnahme zusätzlicher Räume, bis hin zu teilweisen oder völligen Neubauten wie in Rehna oder Gadebusch“, berichtet Heide Lappann, Fachberaterin für die Horterziehung beim Jugendhilfezentrum „Käthe Kollwitz“ e.V., dem Träger dieser Einrichtungen.

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