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Die "Laska" kann nicht aus Wismar auslaufen : Frachter an die Kette gelegt

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Seit etwa Mitte Januar liegt die "Laska" bereits in Wismar fest - Nicht freiwillig. Der Besitzer muss dafür sorgen, dass die Seetüchtigkeit des Frachters wieder zertifiziert werden kann. Bisher hat sich nichts getan.

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2013 | 08:41 Uhr

Wismar | Nicht unbemerkt dürfte Spaziergängern und Besuchern des Alten Hafen der wuchtige und weit aus dem Wasser regende Rumpf eines Frachters geblieben sein. Zugegeben mit einer Länge von 89,90 m und 14,50 m Breite handelt sich nicht um einen ausgesprochenen Ozeanriesen. Doch aufgrund fehlender Ladung und offensichtlich auch mit wenig Ballastwasser in den Tanks, ragt er weit an der Pier in die Höhe und erscheint daher durchaus gewaltig. Seit etwa Mitte Januar liegt die unter norwegischer Flagge fahrende "Laska" bereits in Wismar fest.

Rein äußerlich ist keine Beschädigung zu erkennen. Dennoch scheint es zwingende, behördliche Gründe zu geben, die der Besatzung ein untätiges Verbleiben im Hafen auferlegt. Denn jedes Schiff, welche sich nicht in Fahrt befindet bedeutet für den Reeder nicht nur Verluste, sondern zusätzliche Hafenkosten.

"Ich muss leider bestätigen, dass sich die Laska’ nicht freiwillig bei uns im Hafen befindet", so die klare Ansage von Harald Forst. Der Hafenkapitän der Hansestadt verweist auf das behördliche Recht der so genannten Hafenstaat-Kontrollen durch die zuständigen Organe. In diesem Fall ist es die Berufsgenossenschaft Verkehr, die in Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden, Inspektionen durchführen. Es ist ein Team von erfahrenen Kapitänen und Ingenieuren, die aufgrund ihres Fachwissens rasch und professionell die Situation an Bord einschätzen und erforderliche Maßnahmen festlegen, um den internationalen Sicherheitsstandard wiederherzustellen. Sind die Mängel, die eine weitere Seetüchtigkeit infrage stellen, so gravierend, muss ein Schiff solange an die "Kette" gelegt werden, bis die Beauflagungen durch den Reeder erfüllt sind. "Dies ist bedauerlicherweise hier der Fall", so Forst, ohne ins Detail eingehen zu wollen. Das Schiff sei bereits beim Anlaufen des Wismarer Hafen hinsichtlich seines Seeverhaltens auffällig geworden, heißt es weiter. Eine Inspektion an Bord habe diesen Verdacht erhärtet und es seien Auflagen erteilt, den geforderten, sicherheitsrelevanten Standard wieder herzustellen.

Nun liegt es am Besitzer, dafür zu sorgen, dass die Seetüchtigkeit den internationalen Standards entsprechend, wieder zertifiziert werden kann. Leider hat sich bisher, trotz intensiver Kontakte zur Reederei, noch nichts getan. Das Schiff trägt zwar eine norwegische Flagge, doch das Management befindet sich offensichtlich ganz woanders. Auch räumt Forst finanzielle Probleme des Eigners ein.

So soll es auch Rückstände bei der Heuerzahlung der Besatzung geben, die sich derzeit noch an Bord befindet. Das Schiff wurde zunächst an besagter Pier "zwischengeparkt", um nicht die Seehafen-Umschlagplätze zu blockieren. Hafenkapitän Forst hofft, dass sich daraus kein langfristiges Problem entwickelt.

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